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Zwischenfall im Asowschen Meer - Appelle zur Mäßigung an Moskau und Kiew

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Der Zwischenfall an der Krim alarmiert internationale Organisationen und Politik gleichermaßen. Verteidigungsministerin Leyen rief Moskau und Kiew auf, die Lage zu entschärfen.

Vorfall zwischen der russischen Küstenwache und einem ukrainischen Marineboot am 26.11.2018 in der Meeresenge Kertsch (Russland)
Ukraine-Russland-Konflikt
Quelle: dpa

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat Russland und die Ukraine gemahnt, sich nach dem militärischen Zusammenstoß vor der annektierten Halbinsel Krim um eine Beruhigung der Lage zu bemühen. "In dieser aktuellen Situation müssen jetzt beide Seiten, Russland und die Ukraine, zeigen, dass sie zur Deeskalation beitragen - aktiv", forderte die Ministerin bei einer Sicherheitskonferenz in Berlin. "Die festgesetzten Schiffe und Matrosen sind freizusetzen, die Ukraine muss Belege zum genauen Hergang vorlegen. Russland muss die freie Durchfahrt durch die Wasserstraßen sicherstellen und es darf nicht unverhältnismäßig handeln."


OSZE sehr besorgt

Meerenge von Kertsch
Meerenge von Kertsch
Quelle: ZDF

Der seit Jahren schwelende Krim-Konflikt eskalierte am Sonntag in der Straße von Kertsch. Dort verwehrte Russland mit Hilfe eines Frachtschiffs drei ukrainischen Marinebooten die Einfahrt. Russische Grenzschutzboote beschossen die ukrainischen Schiffe und verletzten dabei mehrere Matrosen. Die Boote wurden beschlagnahmt.


Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zum Dialog aufgerufen. "Wir sind sehr besorgt über die Entwicklungen im Asowschen Meer und der Meerenge von Kertsch", teilte der OSZE-Vorsitzende und italienische Außenminister Enzo Moavero Milanesi mit. Er rief alle Konfliktparteien auf, politisch und diplomatisch an einer Deeskalation der Lage mitzuwirken und die Spannungen zu senken, um eine weitere Destabilisierung der Region zu vermeiden. Die Entwicklungen zeigten, dass eine Zusammenarbeit in der OSZE auch weiterhin wichtig sei.

Merkel: Deeskalation und Dialog

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rief zu Mäßigung auf. Merkel telefonierte am späten Montagabend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, nachdem sie vorher mit dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko gesprochen hatte. "Die Bundeskanzlerin betonte die Notwendigkeit von Deeskalation und Dialog", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach dem Telefonat mit Putin mit.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) forderte Moskau beim Berliner Forum Außenpolitik angesichts der Vorfälle im Asowschen Meer zur Einhaltung internationaler Vereinbarungen auf. Ziel gegenüber Russland müsse es sein, dass Moskau "wieder internationale Regeln achtet und die territoriale Souveränität seiner Nachbarn nicht verletzt", sagte Maas in seiner Rede. Die Europäische Union habe beide Seiten, Russland und die Ukraine, zur Zurückhaltung aufgefordert. Es gehe darum, im sogenannten Normandie-Format (Deutschland, Frankreich, Russland und Ukraine) für eine Lösung zu sorgen.

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