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Apple Keynote - Schau mir in die Augen, iPhone X

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Gesichtserkennung bei neuen iPhone-Modellen, eine unabhängige Uhr und 4K-Streaming waren die Highlights, die Apple auf seiner Pressekonferenz auffuhr. Welche davon wichtig sind, lesen Sie hier.

Ist das Apple-Produkt wirklich besser als die Konkurrenz?

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So prall die Kassen auch gefüllt sein mögen - Apple muss aufpassen. So verwies ein chinesischer Elektronik-Konzern im Dezember 2016 den kalifornischen Konzern auf Platz drei: Huawei verkaufte weltweit mehr Smartphones als Apple. Und das, obwohl das iPhone 7 in den letzten Monaten immer noch erstaunlich gut über Apples schnieke Ladentische ging.

Und zweitens: Am Wochenende wurde eine Version des Betriebssystem iOS 11 geleakt. Sie verriet die meisten Highlights der Keynote-Veranstaltung - Steve Jobs hätte das sicher nicht gefallen. A propos Jobs: Die zweistündige Präsentation fand zum ersten Mal im nach dem Firmengründer benannten "Steve Jobs Theater" auf dem neuen Firmengelände des "Apple Park" statt.

Zurück zum Glas: iPhone 8 und iPhone 8 Plus

Apple macht inzwischen 70 Prozent seines Umsatzes mit Handys und Tablets - um so entscheidender ist es, dass den Kunden das neue Smartphone auch gefällt. Das iPhone 8 wird ab September in zwei Varianten erhältlich sein: iPhone 8 (4,7 Zoll) und iPhone 8 Plus (5,5 Zoll).

Wie schon beim iPhone 4 bestehen Bildschirm und Rücken des Smartphones aus Glas, das inzwischen mit eingearbeitetem Stahl bruchsicher verstärkt wird. Zusammengehalten wird es von einem Aluminiumband, dass die Hälften staub- und wasserdicht abschließt. Endlich zieht Apple auch in Sachen OLED-Bildschirm (besserer Kontrast, tieferes Schwarz) nach, der in Samsung und LG-Handys schon zum Standard gehört. Dank Sensoren und der TrueTone-Funktion sehen die Farben immer gleich aus, selbst wenn man sie bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen betrachtet - ein Profi-Feature.

Zwischen 799 und 1.079 Euro

Im Inneren des Handys arbeitet ein selbst entwickelter, leistungsfähiger "A11 Bionic"-Prozessor. Neu ist, dass der Sechs-Kerne-Chip nahezu alles selbst erledigt: Er bewältigt die "normalen" Rechenoperationen, schaufelt bei Spielen die Grafik auf den Schirm und kümmert sich erstmals um die Software-Verbesserungen für Fotos und Videos. Mit "Portrait Lighting" wird es erstmals per Software möglich sein, die Lichtverhältnisse eines Fotos bereits beim Fotografieren festzulegen - ändern kann man sie aber auch später noch. Die Kameras sind speziell für Augmented Reality-Apps optimiert.

Mit dem iPhone 8 schafft Apple das Ladekabel ab. Man legt sein Handy auf eine Ladeplatte, das das Gerät mit Induktionsstrom versorgt - ähnlich einer elektrischen Zahnbürste. Die Matte funktioniert auch mit der neuen Apple Watch 3 (siehe unten) und drahtlosen Apple-Kopfhörern.

Das günstigste Modell (iPhone 8 mit 64 GB Speicher) kostet 799 Euro, das teuerste (iPhone 8 mit 256 GB Speicher) 1.079 Euro.

iPhone X: Viel Geld für Gesichtserkennung

Es war klar, dass Apple für das zehnjährige Jubiläum des iPhone noch eine Schippe drauflegen musste - und so präsentierte Firmenchef Tim Cook das iPhone X mit dem Satz "Ich denke, Steve wäre stolz darauf". Das Luxus-Handy besitzt bis zu 512 Gigabyte Speicher, ein fast rahmenloses Display und … keinen Home Button. Stattdessen wird das Handy per Gesichtserkennung entsperrt. Neu ist dieses Feature nicht: Gesichtserkennung gab’s schon beim Samsung Galaxy S8. Nur war es bei Samsung möglich, die Sicherheitssperre mit einem einfachen Foto auszutricksen, um so an die Daten des Benutzers zu kommen.

Apple legte viel Wert darauf hinzuweisen, wie sicher ihre Gesichtserkennung sei. Zusätzlich zur Kamera erkennt eine Infrarotkamera, ob es sich um ein echtes Gesicht handelt, eine Punkt-Matrix aus 35.000 Punkten interpretiert die Dreidimensionalität. Und sogar mit Frisuren, Masken, starkem Make-Up und Bärten soll das Handy keine Schwierigkeiten machen. Datenschützer dürften trotzdem wenig begeistert sein. Gesichtserkennung wertet die charakteristischen Merkmale aus, die aber immerhin nur auf dem Gerät selbst gespeichert und nicht zu Servern übertragen werden. Was kann man damit anstellen? Neben Snapchat sind auch Emojis möglich, die sich als "Animojis" per Gesichtsausdruck animieren lassen.

Der Spaß ist allerdings richtig teuer: Die günstigste Variante des iPhone X (64 GB) kostet 1.149 Euro. Für 256 GB muss man 1.319 Euro zahlen - so teuer war bislang kein iPhone.

Die unabhängige Uhr und Apple TV für 4K-Fernseher

Apple TV bekommt ein interessantes Update mit mehr Bodenhaftung: Erstmals streamt das Gerät 4K-Videos mit HDR10 und Dolby Vision. Wer bereits HD-Filme bei Apple gekauft hat, bekommt diese kostenlos auf 4K-Auflösung upgedated. Netflix und Amazon Prime Video sind ebenfalls mit ihrem 4K-Programm im Boot.

Apples „meistverkauftes Uhrenmodell der Welt“ bekommt drei relevante Features verpasst. Erstens misst der integrierte Sensor der Apple Watch Series 3 nicht nur die Herzfrequenz, sondern erkennt auch Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus. Zweitens erkennt die Uhr nun auch geleistete Höhenmeter. Drittens muss die Smartwatch nicht mehr mit einem Handy gekoppelt werden. Dank eines integrierten LTE und UMTS-Moduls kommt man auch so an Informationen aus dem Internet oder kann Musik über Apples hauseigenen Musikdienst hören. In Deutschland wird die Apple Watch mit einem T-Mobile-Vertrag gekoppelt.

Fazit: Modellpflege ohne großen Wow-Effekt

Wieder mal ist der ganz große Wow-Effekt ausgeblieben. Auch wenn viel Schnickschnack mit großem Wortgeklingel präsentiert wurde, muss man Apple zu Gute halten, dass sie es verstehen, saubere Markenpflege zu betreiben - diesmal allerdings zu einem gesalzenen Preis. Doch insgeheim sehnen sich Apple-Fans nach den Zeiten eines Steve Jobs zurück, in denen er mit einem lakonischen “One more thing” eine ganze Branche vor sich her trieb.

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