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Apple stellt Streaming-Pläne vor

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Neue Videoplattform - Apple stellt Streaming-Pläne vor

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Mit iTunes hat Apple 2003 den Musikstreaming-Markt revolutioniert, das Geschäft mit Videos machten andere. Das soll sich jetzt ändern. Einige Fakten sind bereits durchgesickert.

Besucherzentrum von Apple
Besucherzentrum von Apple während einer Veranstaltung zur Vorstellung neuer Produkte
Quelle: dpa

Mehr als 30 Prozent aller Deutschen, die eine Serie oder einen Film sehen, tun das über einen Streamingdienst wie Netflix, Amazon Prime Video, Sky oder Maxdome. Nun will auch Apple mitmischen - und stellt heute Abend auf seiner "It’s Show Time" betitelten Veranstaltung einen neuen Video-Streamingdienst vor.

Der ist auch überfällig: Mit dem iTunes Store war Apple 2003 Erster beim digitalen Musikverkauf. Danach war Schluss mit der Vorreiterrolle: Die Musikflatrate "Apple Music" kam erst 2015, also neun Jahre nach dem Konkurrenten Spotify. Noch schlimmer sieht’s im Apple-Kosmos bei Filmen und Serien aus: Über iTunes kann man zwar Filme leihen oder kaufen, doch das beliebte "Flatrate-Bingen" lässt sich nur über andere Dienste.

Wer nun ein "Super-Netflix" erwartet, dürfte enttäuscht werden. Nach Informationen des gut informierten Blogs "Recode" wird Apple lediglich einen neuen Videostore vorstellen.

Mehr Videothek als Anbieter

Die Grundidee ist einfach: Apple hilft Filmfirmen wie Disney, Hulu, HBO oder Amazon ihre Dienste besser an den Mann zu bringen und kassiert dafür eine Vermittlergebühr. Für Apple kann sich das Geschäftsmodell lohnen und so Teile des sinkenden Smartphone-Absatzes kompensieren. Statt Milliarden in einen mörderischen Konkurrenzkampf mit Größen wie Netflix oder Amazon Prime Video zu investieren, macht man sich die potenziellen Gegenspieler lieber zu Kunden.

Für die Inhalte-Anbieter ist Apple eine durchaus interessante Plattform. Der Konzern aus Cupertino hat 1,4 Milliarden aktive Geräte im Markt, davon allein 900 Millionen iPhones. Außerdem kann Apple auf eine Datenbasis von etwa einer Milliarde Kontaktdaten und Kreditkarten-Nummern zurückgreifen, die die Kunden bereits bei Apple hinterlegt haben. Das macht die Bezahlung für einen Streaming-Probemonat komfortabler.

Apples TV-Eigenproduktionen sind eher "Hinkucker"

Um Apple-Kunden das Konzept schmackhafter zu machen und die Sichtbarkeit zu erhöhen, investiert Apple rund zwei Milliarden Dollar in eigene Serien und Filme - im Vergleich: Netflix gibt dafür 14 Milliarden aus. Insgesamt sollen fünf Serien und Filme angekündigt werden, darunter Produktionen von und mit Reese Witherspoon, Steven Spielberg und J.J. Abrams.

Recode spekuliert außerdem, dass Apple seinen Online-Store erstmals auch auf Samsung-TV-Geräten anbieten könnte. Und da neue Betriebssystem-Updates für Macs, iOS und Apple TV in den Startlöchern stehen, wäre es logisch, dass die überladene Flickwerk-Mediathek iTunes komplett überarbeitet wird.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings bereits: Netflix ist nicht mit im Boot – das hat der CEO bereits ausgeschlossen. Ob deshalb auch die Netflix-App von den iOS-Geräten weichen muss, ist nicht bekannt. Außerdem steht zu vermuten, dass nicht alle US-amerikanischen Dienste mit im Boot sein. Unklar ist ebenso, wie Apples Streaming-Pläne für Deutschland aussehen.

Gibt es "Two More Things?"

Allerdings sind noch zwei interessante Dienste zu erwarten: Erstens eine Nachrichten-Flatrate für digitale Zeitungen, Zeitschriften und Magazine, die in Apple News integriert werden. Analysten erwarten einen Dienst für 10 Dollar pro Monat, der dem Leser Zugriff auf Verlagsinhalte gibt. Und nicht zu letzt wird Apple wahrscheinlich eine eigene Kreditkarte einführen, die Sonderfunktionen auf dem iPhone bereitstellt.

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