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Gipfel in Saudi-Arabien - Belastungsproben für die arabische Welt

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In der Arabischen Liga wollen die arabischen Staaten ihre Einheit voranbringen. Syrien, die Palästinenser-Frage und Iran sind aktuell die größten Brocken auf diesem Weg.

Fahnen der Mitgliedsstaaten der arabischen Liga
Fahnen der Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga. Quelle: dpa

Auf dem heutigen Gipfel im saudi-arabischen Dharhan wollten die Liga-Mitglieder diese Einheit eigentlich beschwören. Aber das ist ein schwieriges Unterfangen, denn es brennt an vielen Ecken im Krisenherd Nahost.

Unter anderem wieder im Gazastreifen: Bei Massenprotesten wurden dort nach Behördenangaben seit Ende März mindestens 34 Palästinenser getötet und mehr als 120 verletzt. Anlass für die Proteste ist der 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israels. Bis heute eine Katastrophe für die meisten Palästinenser, weil 1948 Hunderttausende fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen nach wie vor auf ein Rückkehrrecht.

Nicht mehr der Erzfeind

Eigentlich sollten sich die Palästinenser der Solidarität ihrer sogenannten arabischen Brüder sicher sein, doch die vielbeschworene Einheit bröckelt, nicht zum ersten Mal. Neu ist aber: Einige Mitgliedsstaaten sehen in Israel nicht mehr den Erzfeind, allen voran Saudi-Arabien.

Karte - Liga der Arabischen Staaten (Arabische Liga) ohne Komoren
Die Mitgliedstaaten der Arabischen Liga (ohne Komoren) in grün; Israel, Syrien und Iran (gelb) stellen derzeit die arabische Einheit vor Belastungsproben. Quelle: ZDF

Kürzlich sorgte der saudische Kronprinz Salman mit seiner Aussage für Furore, nicht nur Palästinenser, sondern auch Israelis hätten das Recht auf ein eigenes Land. Saudi-Arabien unterhält bis heute keinerlei diplomatische Beziehungen zu Israel.

Die Annäherung ist nicht ganz neu. Salman wiederholte nun Positionen, die das Königreich bereits 2002 vertrat. Unter Federführung des früheren Königs Abdullah schlug die Arabische Liga damals einen Friedensplan für den Nahost-Konflikt vor - ohne Aussicht auf Erfolg.

Das ist die Arabische Liga

Jetzt steckt dahinter reines Kalkül. Mit seiner Charmeoffensive gegenüber Israel sucht Salman neue politische Allianzen. Ziel: den Erzfeind Iran schwächen (der persische Staat ist wie Israel kein Mitglied der Arabischen Liga). Im Kampf um die Vorherrschaft in der Golfregion und in der islamischen Welt liefern sich der schiitische Iran und das sunnitisch-wahhabitische Saudi-Arabien einen Stellvertreterkrieg im Jemen und in Syrien.

In Syrien steht Iran an der Seite von Machthaber Baschar al-Assad, dessen Regime nicht als offizielle syrische Vertretung in der Arabischen Liga anerkannt wird. Assad ist darüber hinaus der letzte und wichtigste arabische Verbündete Teherans in der Region. Iran sieht sich als Schutzmacht der Schiiten und will seinen Einflussbereich ausdehnen: eine schiitisch Achse von Iran über den mehrheitlich schiitischen Irak und das schiitisch-alawitisch regierte Syrien bis zur Hisbollah im Libanon. Nebenbei wäre Syrien für Iran eine Quasi-Außengrenze zum Erzfeind Israel.

Die Schnittmengen

Das wahhabitisch-sunnitische Saudi-Arabien wiederum sieht sich als Schutzmacht der Sunniten und unterstützt unterschiedliche islamistische Gruppen und Kämpfer in Syrien, die das Regime Assads stürzen wollen. Das saudische Königreich - Hüter der heiligen islamischen Stätten in Mekka und Medina - ist zutiefst verfeindet mit dem schiitischen Iran und befürchtet und bekämpft dessen Einfluss in der Region. Und hier liegen die politischen Schnittmengen mit Israel, denn das ist eine Entwicklung, die auch die Regierung in Jerusalem als unerwünschte Gefahr sieht.

Fakten zu Israel

Hinzu kommen wirtschaftliche Interessen. Riad kauft in Israel Technik, Cyber-Technik und Bewässerungsanlagen. Riad liefert im Gegenzug unter anderem Grundprodukte für die Plastikindustrie. Kronprinz Salman will sein Land modernisieren, lässt das Mega-Projekt Neom für 500 Milliarden Dollar bauen. Die Retortenstadt soll an Jordanien und die Sinai-Halbinsel grenzen und flächenmäßig größer als Mecklenburg-Vorpommern werden. Dies dürfte nicht ohne die zumindest inoffizielle Erlaubnis von Israel geschehen.

Die Annäherung an Saudi-Arabien kann für Israel eine Win-win-Situation bedeuten. Denn so könnte Jerusalem seine Jahrzehnte währende Isolation in der arabisch dominierten Region überwinden und gleichzeitig einen starken Verbündeten gegen den Erzfeind Iran gewinnen. Saudi-Arabien wiederum würde damit allerdings Gefahr laufen, sich Feinde in der arabisch-islamischen Welt zu machen.

Der Gegner

Während sich Saudi-Arabien also zaghaft Israel zuwendet, sucht auch Teheran neue Allianzen. Iran hat mit Russland in Syrien ein Zweckbündnis geschlossen. Iran stellt Waffen, Milizen und Logistik für Assad bereit, während Russland Luftunterstützung leistet sowie Waffen und Ausrüstung liefert.

Und obwohl sich beide Staaten in ihren geopolitischen Interessen uneins sind, öffnete Teheran für Moskau - wenn auch nur zeitlich begrenzt - seinen Luftraum für Raketenangriffe gegen Rebellen in Syrien und stellte Moskau sogar seinen Stützpunkt Nojeh in der Provinz Hamedan für Kampfjets zur Verfügung - einmalig in der Geschichte des Gottesstaates.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, der Ägypter Ahmed Abul-Gheit, betonte, worum es in auf dem Gipfel der Arabischen Liga vor allem gehen soll: eine "konzertierte Anstrengung gegen die äußere Einmischung in arabische Angelegenheiten". Das zielt vor allem auf den Staat Iran, der in Syrien, in Jemen, im Irak, im Libanon mitmischt und die Hamas im Gazastreifen unterstützt.

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