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Jobmarkt im Oktober - Erstmals weniger als 2,4 Millionen arbeitslos

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Die Herbstbelebung drückt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 2,4 Millionen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober auf 2,39 Millionen gesunken. Jedoch stehen die Statistiken in der Kritik: Viel mehr Menschen seien arbeitslos, kritisieren Sozialverbände.

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Im Oktober hatten 2,389 Millionen Frauen und Männer keinen Job - 60.000 weniger als im Vormonat und 151.000 weniger als ein Jahr zuvor. "Die sehr gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält an", erklärte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. "Durch die kräftige Herbstbelebung sinken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Oktober stärker als üblich." Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern nehme weiter zu.

780.000 offene Stellen wurden der BA gemeldet, 88.000 mehr als ein Jahr zuvor. Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen sank die Erwerbslosigkeit im Oktober etwas stärker als erwartet: Saisonbereinigt errechnete die BA einen Rückgang um 11.000 zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,4 von 5,5 Prozent.

Acht Jahre Wachstum

Grund für die positive Entwicklung ist der Konjunkturboom: Die deutsche Wirtschaft dürfte 2017 das achte Jahr in Folge wachsen und nach Prognose der führenden Institute den Aufwärtstrend 2018 und 2019 fortsetzen.

Die Stimmung in den Unternehmen ist derzeit so gut wie noch nie: Der Ifo-Geschäftsklimaindex erreichte im Oktober ein Rekordhoch. Steigende Konsumausgaben, florierende Exporte, Bauboom und höhere Investitionen tragen derzeit den Aufschwung.

Jobvermittler der BA erwarten in den kommenden drei Monaten saisonbereinigt weiter sinkende Arbeitslosenzahlen. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen dürfte dagegen nicht mehr ganz so rasant wachsen wie bisher, die Lage sei aber auch hier "exzellent", berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seinem Arbeitsmarktbarometer für Oktober. Die Daten basierten auf einer monatlichen Umfrage unter den Chefs der 156 deutschen Arbeitsagenturen.

Offene Stellen auf Rekordniveau

Zugleich stieg im Oktober die Zahl der offenen Stellen in Deutschland auf ein Rekordniveau, berichtet die Bundesagentur weiter. Der von ihr monatlich ermittelte Stellenindex BA-X kletterte nach teils stärkeren Zuwächsen in den Vormonaten um einen Punkt auf 245 Punkte. "In vielen Branchen ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften höher als vor einem Jahr", betonte die Bundesagentur.

Arbeitslosenquote im Oktober nach Bundesländern
Bundesland Quote Bundesland Quote
Bayern 2,9 Saarland 6,4
Baden-Württemberg 3,3 Brandenburg 6,4
Rheinland-Pfalz 4,5 Hamburg 6,5
Hessen 4,8 Nordrhein-Westfalen 7,1
Niedersachsen 5,5 Mecklenburg-Vorpommern 7,7
Thüringen 5,6 Sachsen-Anhalt 7,8
Schleswig-Holstein 5,7 Berlin 8,6
Sachsen 6,1 Bremen 10,0
Deutschland gesamt 5,4
(Quelle: BA, Monatsbericht)

Die optimistische Einschätzung von Bundesagentur und ihrer Denkfabrik IAB teilen weitgehend die Volkswirte großer deutscher Bankhäuser. Für 2017 rechnen sie im Jahresschnitt mit etwa 2,54 Millionen Erwerbslosen - das wären rund 150.000 weniger als 2016. Uneinig sind sie hingegen bei ihrer Prognose für 2018. Während etwa die Allianz einen Rückgang um 100.000 nicht ausschließt, gehen andere Geldinstitute von einer Stagnation aus, die BayernLB sogar von einer Zunahme der Arbeitslosenzahl zwischen 50.000 bis 100.000.

Experten erwarten weiter Konjunkturboom

Einen Grund sieht deren Experte Stefan Kipar in der von ihm für 2018 erwarteten stärker steigenden Zahl von arbeitslosen Flüchtlingen. Grundsätzlich gehen die Ökonomen aber von einem anhaltenden Konjunkturboom aus. Alles deute sowohl für dieses als auch für das nächste Jahr auf ein stabiles Wirtschaftswachstum hin, betonten sie in der Umfrage.

Dank der guten Auftragslage und guter Exportaussichten investierten vor allem Industrieunternehmen wieder verstärkt in neue Maschinen und Produktionsanlagen. Angesichts der weiter wachsenden wirtschaftlichen Zuversicht in vielen Chefetagen erwägen erste große Bankhäuser eine Korrektur ihrer ohnehin schon optimistischen Wachstumsprognosen für das Jahr 2018.

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