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Rekordhoch - So viele offene Jobs wie seit Jahren nicht

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Zu wenig Bewerber: Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist auf mehr als 1,2 Millionen gestiegen - ein Rekordhoch.

Bauarbeiter am 23.07.2018 in Ingolstadt
Bauarbeiter in Ingolstadt
Quelle: dpa

Die Zahl der offenen Stellen in deutschen Betrieben ist auf ein neues Rekordhoch geklettert. Rund 1,21 Millionen Jobs waren im zweiten Quartal 2018 noch zu besetzen. Das geht aus einer Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA), hervor.

Kleinbetriebe am stärksten betroffen

Das sind 115.000 offene Stellen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum und fast 25.000 mehr als im ersten Quartal 2018. "Wir sind auf einem sehr hohen Niveau", sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Die Erhebung basiert auf einer Betriebsbefragung. Die sogenannte Vakanzrate, also das Verhältnis zwischen offenen Stellen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, beträgt der Erhebung zufolge im Bundesdurchschnitt 2,8 Prozent. Dabei ist die Quote mit 3,2 Prozent in Osten höher als im Westen (2,7 Prozent).

Demnach hatten westdeutsche Betriebe im zweiten Quartal 940.000 freie Stellen, für die sie dringend geeignete Mitarbeiter suchten. In Ostdeutschland waren es 270.000 offene Jobs. Für viele Betriebe in Ostdeutschland sei es nicht einfach, ein konkurrenzfähiges Lohnniveau zu bieten, erklärte Kubis. Zudem habe die jahrzehntelange Ost-West-Abwanderung von jungen Menschen ihre Spuren hinterlassen. Allerdings ist die Zahl der Arbeitslosen je offener Stelle im Osten nach wie vor höher als im Westen. So gibt es in den neuen Bundesländern rechnerisch 2,1 Arbeitslose, in den alten Bundesländern entspricht die Zahl dem Bundesdurchschnitt von 1,9.

Den größten Bedarf hatten zuletzt Kleinbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten. Auf 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte kommen den Angaben nach fast drei offene Stellen - 2012 waren es zwei offene Stellen. Die Personalnachfrage sei somit deutlich angewachsen, hieß es vom IAB.

Gesundheit, Bau und Logistik

Nach wie vor werden vor allem im Gesundheitswesen, dem Verarbeitenden Gewerbe, beim Bau und zunehmend auch in der Logistik Mitarbeiter gesucht. Im Schnitt dauert es nach Erkenntnissen der Nürnberger Arbeitsmarktforscher aktuell 82 Tage bis eine Stelle neu besetzt ist. 2010 waren es noch 70 Tage. Neben fehlender Bewerber zählt auch eine unzureichende Qualifikation zu den Hauptgründen für die immer schwieriger werdende Suche nach den passenden Mitarbeitern.

Das IAB der Bundesagentur für Arbeit wertete für seine Erhebung die Angaben von rund 9.000 Arbeitgebern aus. Das gesamte Stellenangebot wird viermal im Jahr untersucht. Daher werden auch Jobs erfasst, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet wurden. Die Zeitreihe des IAB reicht bis 2010 zurück.

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