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Sparprogramm droht - Siemens kündigt "schmerzhafte Einschnitte" an

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Rauer Wind bei Siemens: Konzernchef Kaeser bereitet die Mitarbeiter auf das nächste drastische Sparprogramm vor. Bis zu 4.000 Stellen sind im Gespräch.

Trotz Rekordgewinnen bereitete Siemens-Vorstandschef Kaeser heute die Mitarbeiter auf ein drastisches Sparprogramm vor - besonders in der Kraftwerkssparte. Über 4000 Jobs in den ostdeutschen Werken stehen auf dem Spiel, heißt es.

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Die Siemens-Beschäftigten müssen sich wohl trotz der Milliardengewinne des Unternehmens auf massive Stellenstreichungen vor allem im Kraftwerksgeschäft gefasst machen. "Unsere Division Power and Gas kämpft seit längerem mit sehr schwierigen Marktverhältnissen und strukturellen Herausforderungen", sagte Konzernchef Joe Kaeser. "Wenn dieses Geschäft eine Zukunft haben soll, dann müssen wir reagieren. Wir müssen die Kapazitäten anpassen, auch wenn das schmerzhafte Einschnitte bedeutet".

Weitere 6.000 Jobs in Gefahr

Siemens wird wohl in der Kraftwerkssparte sowie im Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mehrere tausend Stellen streichen. Details sollen Arbeitnehmervertreter am 16. November im Wirtschaftsausschuss erfahren. Zusätzlich hat der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa angekündigt, bis zu 6.000 Jobs zu kappen. Siemens leidet im Kraftwerksgeschäft unter einer Nachfrageflaute vor allem bei großen Gasturbinen, die Preisdruck und Überkapazitäten nach sich zieht.

"Wir sind davon überzeugt, dass es weiterhin einen Weltmarkt für große Gasturbinen geben wird", sagte Kaeser. Dieser werde aber deutlich kleiner sein und die Nachfrage werde sich Richtung Asien, Lateinamerika und Afrika verschieben. "Daher müssen wir jetzt handeln, unsere Kapazitäten anpassen und zugleich in innovative Zukunftstechnologien investieren." Auch in der Antriebssparte müssten "strukturelle Anpassungen" konsequent fortgesetzt werden, sagte
Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas.

Geschäftlich will Kaeser das Tempo derweil in diesem Jahr in etwa halten - auch wenn hohe Kosten durch den bevorstehenden Personalabbau auf Siemens zukommen dürften. Den Umsatz will das Unternehmen 2017/18 (30. September) aus eigener Kraft leicht steigern. Beim Ergebnis wird wieder eine Spanne 7,20 und 7,70 Euro je Aktie angepeilt. Unter dem Strich könnte damit ein Gewinn von bis zu 6,55 Milliarden Euro stehen. In der Prognose sind allerdings Aufwendungen, etwa für den Stellenabbau, nicht enthalten. Im vergangenen Geschäftsjahr verdiente Siemens unter dem Strich knapp 6,1 Milliarden Euro, nach 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte von 79,6 Milliarden auf 83 Milliarden Euro zu.

Proteste vor der Unternehmenszentrale

Die Probleme im Kraftwerksgeschäft bekam Siemens im Schlussquartal wieder deutlich zu spüren. Die Umsätze in der Sparte schrumpften um 20 Prozent, das Ergebnis brach sogar um 40 Prozent ein. Beim Auftragseingang konnten Rückgänge im Neuanlagengeschäft mit Großaufträgen im Servicegeschäft aufgefangen werden. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz des Konzerns in dem Dreimonatszeitraum um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern kletterte um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Während der Bilanz-Pressekonferenz protestierten Siemens-Beschäftigte gegen den geplanten Stellenabbau. Rund 50 Mitarbeiter breiteten ein Transparent mit Fotos von rund 600 Beschäftigten aus der Kraftwerkssparte aus. "Wir sind hier, weil Siemens sich seit Wochen ziert, offen zuzugeben, dass wahrscheinlich mehrere Tausend Stellen abgebaut werden sollen im Kraftwerksbereich", sagte ein IG-Metall-Sprecher. Mit dem Transparent wolle man Gesichter zeigen, die von den Einschnitten betroffen sein könnten.

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