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Armutsgefährdung - Noch immer große regionale Unterschiede

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Das Armutsrisiko in Deutschland ist regional sehr unterschiedlich verteilt. Aber eine neue Statistik zeigt: Ost und West nähern sich an.

Archiv: Eine Person schaut in eine leere Brieftasche.
Eine Person schaut in eine leere Brieftasche.
Quelle: imago

Wie stark jemand von Armut bedroht ist, hängt in Deutschland nach wie vor vom Wohnort ab. Wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote weiter regional sehr unterschiedlich. Demnach waren im vergangenen Jahr in Bayern und Baden-Württemberg weniger als zwölf Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht, in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern waren es mehr als 20 Prozent der Menschen.

Ost und West nähern sich an

Die Quoten in Ost und West näherten sich an. In den neuen Ländern, einschließlich Berlin, seien sie 2018 mit durchschnittlich 17,5 Prozent etwas höher als im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) mit 15 Prozent gewesen. Noch 2005 seien für die neuen Länder mit Berlin 20,4 Prozent verzeichnet worden, für den Westen 13,2 Prozent.

Nach Bundesländern folgte auf Bremen (22,7 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (20,9 Prozent) Sachsen-Anhalt mit einer Armutsgefährdung von 19,5 Prozent. Danach lagen Berlin und Nordrhein-Westfalen nahezu gleichauf mit gut 18 Prozent. In allen übrigen Ländern, außer den beiden südlichen, wurden Quoten zwischen 15 und 17 Prozent verzeichnet.

Armutsrisiko bei Alleinerziehenden am höchsten

Nicht überraschend dabei: Von allen Haushaltstypen weisen Alleinerziehende und ihre Kinder das höchste Armutsrisiko auf. 2018 seien 40,4 Prozent der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten im früheren Bundesgebiet und 44,5 Prozent in den neuen Ländern armutsgefährdet gewesen, heißt es in der Mitteilung.

In der Statistik gilt als armutsgefährdet, wer ein monatliches Pro-Kopf-Einkommen hat, das höchstens 60 Prozent des sogenannten Medians beträgt. Mit Median ist der Mittelwert gemeint, der sich ergibt, wenn man die Einkommen aller deutschen Haushalte auflistet und dann genau "in der Mitte" stehende Einkommen als Vergleichsgröße annimmt. Der Median entspricht damit nicht dem Durchschnittseinkommen oder arithmetischen Mittel. Grundlage der Berechnungen ist der Mikrozensus, für den ein Prozent aller Haushalte Angaben machen. Das Pro-Kopf-Einkommen wird dann anhand des Familieneinkommens berechnet.

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