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Arte-Doku will wachrütteln - Tödliche Gefahr: Multiresistente Keime

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Sie könnten bald die Todesursache Nummer eins sein: multiresistente Keime. Gegen sie hilft kaum noch ein Antibiotikum. Eine Arte-Dokumentation zeigt, wie ernst das Problem ist.

Multiresistente Bakterien sind für viele Menschen eine Gefahr.

Quelle: Armin Weigel/dpa

Antibiotika sind oft die letzte Möglichkeit, um Krankheiten zu bekämpfen. Doch weltweit treten immer mehr Bakterien auf, die dagegen resistent sind. Welche Gefahren dadurch entstehen, zeigt die Arte-Dokumentation "Resistance Fighters".

700.000 Tote weltweit pro Jahr

Im Gegensatz zu vielen Krankheiten wie Grippe oder Ebola bricht eine Antibiotika-Resistenz in einem Land nicht plötzlich aus, sondern verbreitet sich vergleichsweise langsam und schleichend. Ihre Gefahr wird jedoch noch immer von vielen Menschen unterschätzt. Wenn weltweit nicht mehr unternommen werde als bislang, könnten gefährliche, resistent gewordene Erreger künftig jedes Jahr mehrere Millionen Menschen töten. Regierungen, Ärzte und Forscher versuchen, genau das zu verhindern.

Weltweit erkranken laut WHO schon heute 78 Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen, circa 700.000 Menschen sterben daran. In Deutschland trifft es rund 6.000 Patienten. Ohne Gegenmaßnahmen wie den gezielteren Einsatz von Antibiotika sowie Investitionen in die Entwicklung neuer Wirkstoffe, so die Prognose, könnte die Menschheit bald eine ihrer innovativsten Waffen im Kampf gegen Krankheiten verlieren.

Die Dokumentation des Regisseurs Michael Wech zeigt, wie resistente Keime entstehen, wie sie beschaffen sind und wie sie bekämpft werden können. Zu Wort kommen Ärzte, Biologen, Historiker, Patienten und Politiker aus den USA, Vietnam, Bangladesch, Großbritannien und der Schweiz.

Antibiotika im Tierstall

Ferkel
Reserveantibiotika kommen auch in der Tiermast zum Einsatz.
Quelle: dpa

Michael Wech geht in der Doku auch auf den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast ein. 15 Millionen Kilo davon werden heute alleine in den Ställen der USA verbraucht, die Pharmaindustrie macht damit einen Umsatz von 13 Milliarden Euro. Sogenannte Reserveantibiotika, die nur in besonders schweren Fällen eingesetzt werden, sollten laut WHO der Behandlung von Menschen vorbehalten sein - werden aber etwa in Deutschland auch Nutztieren gegeben.

Der Autor stellt dazu viele Fragen: Warum wurden oder werden mancherorts noch völlig gesunden Kühen oder Schweinen massenhaft Antibiotika ins Futter gemischt? Ein Grund dafür seien Ertragssteigerungen durch schnelleres Wachstum der Tiere, berichtet eine US-Wissenschaftsjournalistin. Ein anderer Grund sei, dass die Medikamente verabreicht werden, um möglichen Krankheiten vorzubeugen. Eine solche vorbeugende Gabe von Antibiotika in der Tiermast ist in Deutschland allerdings verboten.

Nur noch sechs der 50 weltweit größten Pharma-Unternehmen sind an der Antibiotika-Forschung beteiligt, weil hohe Entwicklungskosten und zunehmende Resistenzen auch bei neuen Antibiotika ihr Geschäft zusehends unrentabel machen.

Einblick in die Dokumentation über die Gefahren von Antibiotika:

Antibiotikaresistenzen: Laut Experten werden sie zur weltweiten Gefahr.

Beitragslänge:
10 min
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