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Artenvielfalt in Gefahr - Perus "Super-Schatzkammer der Erde"

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27.000 Tier- und Pflanzenarten gelten als bedroht. Viele davon leben in grünen "Hotspots" wie dem Manu-Nationalpark in Peru - einem farbenprächtigen, aber empfindlichen Ökosystem.

Immer wieder stürzen Bäume in die Flüsse und bilden regelrechte Inseln.
Der Manu-Fluss durchzieht den Nationalpark im Südosten Perus.
Quelle: ZDF/Axel Gomille

Im ägyptischen Sharm el Scheich findet zurzeit die UN-Biodiversitätskonferenz statt. Bis Ende November wird dort beraten, wie der Schutz von Tieren und Pflanzen vorangebracht werden kann.

Basis ist das Artenschutz-Abkommen von 1992. 168 Länder haben sich darin verpflichtet, natürliche Lebensräume zu erhalten.

Gemeint sind damit Gebiete wie der extrem abgelegene Manu-Nationalpark im Südosten von Peru. Er ist gut 17.000 Quadratkilometer groß und gilt als artenreichstes Gebiet der Welt. Christof Schenck von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt nennt ihn deshalb die "Super-Schatzkammer der Erde".  228 verschiedene Säugetiere wurden nachgewiesen. Und sogar 1.030 Vogelarten - das sind immerhin rund zehn Prozent aller Vogelarten auf der Erde.

Hunderte Aras an Steilhängen

Der vielleicht bekannteste Vogel ist der Ara. Während der Trockenzeit sammeln sich jeden Morgen Hunderte Aras und andere Papageien an lehmigen Steilwänden. Sie sind auf der Suche nach Salzen und Mineralien. Denn daran herrscht Mangel im Regenwald.

Aras sitzen an Steilwänden in Peru
Während der Trockenzeit sammeln sich jeden Morgen Aras an lehmigen Steilwänden.
Quelle: ZDF/Axel Gomille

Zwischen den gewaltigen Bäumen streifen Jaguare umher, im Unterholz lauern Vogelspinnen auf Beute. Und noch ein Stück weiter oben sind Kapuziner-Affen unterwegs.

Kapuzineraffe
Die neugierigen Kapuziner-Affen sind eine der 15 Primaten-Arten, die in Manu vorkommen.
Quelle: ZDF/Axel Gomille

Die Gewässer werden von Piranhas beherrscht, vor allem aber von den riesigen Mohrenkaimanen.  Sie jagen unter anderem Wasserschweine, die größten Nagetiere der Welt.

Kaiman im Manu-Nationalpark in Peru
Mohrenkaimane beherrschen die Gewässer im Manu-Nationalpark.
Quelle: ZDF

Typisch für das Gebiet sind auch die selten gewordenen Riesenotter. Früher wurden sie wegen ihrer dichten Pelze fast bis zur Ausrottung gejagt. Vielleicht 5.000 haben bis heute überlebt. Der Riesenotter ist aber noch immer vom Aussterben bedroht.

Riesenotter
Die Wildnis des Nationalparks ist für Riesenotter ein wichtiges Rückzugsgebiet. Sie  gehören zu den seltensten Raubtieren der Welt.
Quelle: ZDF/Axel Gomille

Gefahr durch Coca-Anbau

Dem Ökosystem im Manu-Nationalpark und in den benachbarten Gebieten droht Gefahr. Regenwald wird gerodet, legal und illegal. Für Straßen, Bauprojekte oder Holzgewinnung. Und zunehmend für Coca-Plantagen und die versteckten Flugplätze der Drogenbanden. "Früher war Kolumbien führend, heute gilt Peru als einer der größten Lieferanten von Kokain für die Welt", so Christof Schenck. "Das hat auch wirklich starke Einflüsse auf die Zerstörung des Regenwaldes."

Ein weiteres Problem: illegale Goldwäscher. Rund 60.000 sollen es schon sein. Sie arbeiten mit abenteuerlichen Apparaturen, die von Dieselpumpen betrieben werden. Um den Goldstaub zu binden, nutzen sie Quecksilber - ein hochgiftiges Schwermetall. Ganze Landstriche werden damit verseucht.

Im Sediment der Flüsse kommt Gold vor, das Goldsucher hier illegal fördern.
Im Sediment der Flüsse kommt Gold vor. Zehntausende Goldsucher fördern es illegal.
Quelle: ZDF/Axel Gomille

Bedroht sind dadurch nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch die Ureinwohner. Stämme wie die Machiguenga-Indianer jagen bis heute mit traditionellen Methoden. Andere halten sich in den tiefen Urwäldern vom Rest der Welt sogar völlig fern. Südamerika ist der letzte Kontinent, auf dem noch unkontaktierte indigene Völker leben.

Machiguenga-Indianer stehen an der Schwelle zwischen zwei Welten, denn trotz moderner Einflüsse jagen sie bis heute mit traditionellen Methoden im Wald.
Die Machiguenga-Indianer jagen bis heute auf traditionelle Weise.

Im Interesse der Weltgemeinschaft

Die Frage, wie lange das noch so sein wird, ist eng verknüpft mit dem Erhalt des vielfältigen Ökosystems. Es zu schützen, liegt auch im Interesse der Weltgemeinschaft, mahnen Experten schon lange. Denn der Regenwald in Südamerika gilt als die grüne Lunge der Erde. Wird er zerstört, dann hat das für Klima und Wetter weltweit dramatische Konsequenzen.

Um die bedrohte Artenvielfalt in Peru geht es in einer planet-e.-Doku am Sonntag um 16:30 Uhr im ZDF. In der Mediathek ist sie jederzeit zu sehen - genauso wie Teil 1 der Artenschutz-Dokus, die in Äthiopien spielt:

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