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Trump bei ASEAN-Gipfel - Auf Du und Du mit Duterte

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Händeschütteln und gegenseitige Lobeshymnen: US-Präsident Trump trifft beim ASEAN-Gipfel auf den Philippinen den umstrittenen Staatschef Duterte. Auf den Straßen gibt es Proteste.

Am letzten Tag seiner Asienreise traf US-Präsident Trump auf den autoritären Präsidenten der Philippinen.

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Er ist zu Gast, der US-amerikanische Präsident Donald Trump, bei dem autoritären Präsidenten der Philippinen, Rodrigo Duterte. Zu Gast bei dem großen ASEAN-Treffen der zehn asiatischen Länder. Es ist ein Treffen, das mit einiger Neugierde erwartet wird. Denn es ist die letzte Station Trumps auf seiner Asien-Reise. Der ASEAN-Gipfel feiert seinen 50 Geburtstag dieses Jahr.

USA gelten als unsicherer Handelspartner

Trump hatte kurz nach seiner Wahl die ASEAN-Länder verärgert, als er aus dem TTP (Transpacific Pact) austrat. Seitdem gilt er hier als unsicherer Partner. Die Ausrichtung seiner "America First"-Politik kehrt multilateralen Handelsverträgen den Rücken. Trump betont, er wolle vor allem wirtschaftlich erfolgreiche bilaterale Verträge abschließen. Da tritt China auf die Bühne, auf der das Land schon längst bereitstand, auf seinen Moment gewartet hat, um mehr Einfluss und Staaten für sich zu gewinnen.

Xi Jinping betont wie wichtig ihm - im Gegensatz zu Trump - Handelsabkommen mit mehreren Ländern sind. Alles andere sei nicht mehr zeitgemäß. Und somit wird China, das auch zu Gast bei Duterte ist, zu einem zuverlässigeren Partner als die USA. Dabei wollten die ASEAN-Länder einen zu großen Einfluss Chinas immer verhindern. Als einziger Garant eines Gleichgewichts galt immer die USA. Nun verschieben sich die Verhandlungsländer neben China mehr Richtung Australien und Kanada, nicht Richtung USA.

Händeschütteln und gegenseitiges Lob

V.l.n.r.: Tran Dai Quang, Donald Trump und Rodrigo Duterte, aufgenommen am 13.11.2017 in Manila (Philippinen)
V.l.n.r.: Tran Dai Quang, Donald Trump und Rodrigo Duterte, aufgenommen am 13.11.2017 in Manila (Philippinen) Quelle: reuters

Da passt es, dass bei dem traditionsreichen Überkreuz-Handschlag der ASEAN-Länder ausgerechnet Trump ungeschickt, etwas linkisch daherkommt und dabei auch noch eine kleine Grimasse zieht. Duterte dagegen empfängt den ganzen Morgen Regierungschefs, die Hände in der Hosentasche, ohne Jackett oder Krawatte steht er da. Der kleine Regierungsmann, der so autoritär und brutal gegen Drogendealer und Drogenabhängige vorging und immer noch vorgeht. Ein Mann, der den Papst "einen Hurensohn" nennt und damit prahlt, mit 16 Jahren schon einen Menschen getötet zu haben. Es ist eben dieser Regierungschef, den Trump zuvor schon für seinen Kampf gegen Drogenhandel lobte und ihm sagte, er habe einen "tollen Job" gemacht.

Heute nun die Worte Trumps über Duterte: "Wir haben eine tolle Beziehung, es war sehr erfolgreich. Wir haben heute noch viele Treffen mit anderen Regierungschefs. Der ASEAN-Gipfel wird wunderbar von dem Präsident der Philippinen geleitet."

"Niemand kann es sich leisten, einen Krieg zu führen"

Dabei hatte Duterte gestern noch zum Abendessen auf die Vorreiterrolle der Nummer Eins der ASEAN-Länder hingewiesen - und nannte dabei nicht die USA. China sei die wirtschaftliche Nummer Eins und beide Länder sollten Freunde sein, sagte Duterte. Man solle das Thema Südchinesisches Meer lieber nicht anfassen; es gebe in der Welt viele Hitzköpfe, die ASEAN an vielen Fronten gegen China in Stellung bringen wollten. "Niemand kann es sich leisten, einen Krieg zu führen", sagte Duterte. "Auch nicht die großen Mächte Russland, China, Großbritannien oder die USA."

Das will Trump auch nicht, aber eigentlich will er freie Seewege für die USA in der chinesisch dominierten Wasserstraße. Zuvor hatte er sich auch als Verhandlungspartner oder Mediator bei der Frage rund um das Südchinesische Meer angeboten. Vielleicht war das nun Dutertes Antwort auf Trumps Angebot. Der ASEAN-Gipfel wird noch bis morgen weitergehen. Die USA wird dabei keine entscheidende Rolle mehr spielen. China hingegen sehr.

Proteste gegen Trump und Duterte

In Manila protestierten derweil etwa tausend Demonstranten gegen Trump und gegen Duterte. Dagegen, dass niemand über die Verletzung von Menschrechten spricht, auch die auf den Philippinen nicht. Sie wollen, dass Trump verschwindet und Duterte gleich mit. Die Demonstranten verbrennen die amerikanische Fahne und fackeln Trumpbilder ab und sie bekommen die ganze Härte der philippinischen Polizei zu spüren, mit Schlagstöcken und Wasserwerfern werden sie auseinander getrieben. Gestern war das auch schon so, aber sie kamen wieder.

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