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Asterix feiert 60. Geburtstag - Zum ersten Mal steht eine Frau im Mittelpunkt

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"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein!" Viele verbinden mit diesem Satz besondere Erinnerungen. Nun feiert Asterix Geburtstag – mit einem besonderen Band.

Cover des 38. Asterix-Bands "Die Tochter des Vercingetorix" auf einer Videoleinwand
Im neuen Asterix-Band "Die Tochter des Vercingetorix" steht erstmals eine Frau im Mittelpunkt.
Quelle: dpa

Pünktlich zum Jubiläum erscheint am 24. Oktober 2019 der 38. Asterix-Band und der hat es in sich. Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte steht eine Frau im Mittelpunkt des Geschehens.

Sie ist nicht nur rothaarig und rebellisch, sie ist vor allem auch eine prominente Tochter. Ihr Vater ist der gallische Oberhäuptling Vercingetorix, der mit seiner historischen Niederlage gegen Julius Cäsar quasi Urschöpfer der Asterix-Saga ist.

Rollenbilder aus den Fünfzigern werden aufgebrochen

Natürlich müssen die römischen Legionäre das Mädchen und ihren geheimnisvollen Halsschmuck, der als Zeichen des gallischen Widerstands gilt, unter ihre Kontrolle bringen. Und natürlich versuchen Asterix und Obelix mithilfe des gesamten Dorfes Aremorica dies zu verhindern, doch – wie sollte es anders sein – verbirgt sich hinter der Geschichte noch etwas weitaus Interessanteres.

Denn die Rolle der Frauen war bisher bei Asterix entweder sexy oder mütterlich besetzt. Und das hatte am Anfang vor sechs Jahrzehnten einen handfesten Grund, wie der deutsche Asterix-Übersetzer Klaus Jöken erklärt.

"Damals in den 50/60er Jahren gab es in Frankreich Zensur, Comics, die in einer Jugendzeitschrift vorkamen, durften Frauen, die selbstständig handelten gar nicht zeigen, Frauen höchstens als biedere Hausfrau." Aber eine selbstbewusste, hübsche Frau, die ihr Brot selber verdiene oder selbstständig lebe, so Jöken, "das wurde dann zensiert."

Asterix sollte ein Antiheld sein

Angefangen hat alles im Jahre 1959 auf dem Balkon einer Hochhaussiedlung im Pariser Vorort Bobigny. Die beiden Autoren René Goscinny und Albert Uderzo stehen unter Druck. Sie müssen eine Comic-Reihe für die erste Ausgabe der Zeitschrift Pilote kreieren, die zugleich fest in der französischen Kultur verankert und vollkommen neuartig ist. Und stoßen beim Durchblättern alter Schulbücher auf die Gallier.

"Es muss wirklich ein kleiner Wicht sein, nicht gut aussehend, aber pfiffig genug, um damit durchzukommen." Ein Antiheld, das war es, was sich René Goscinny vorstellte.

Und er sollte Asterix heißen, so ähnlich wie der griechische Begriff "asteriskos" für Sternchen. Ihm stellte Albert Uderzo einen stattlicheren Gallier zur Seite. Das war die Geburtsstunde von Obelix, die Helden sollten auf "-ix" enden, die Namen der Römer auf "-us", wie Unnutzus.

Erfolgsrezept Humor

Das Erfolgsrezept der beiden Erfinder des gallischen Zaubertranks: eine kräftige Prise Humor, eine kluge Erzählweise, ein außergewöhnlicher Pinselstrich, dazu eine scharfe Beobachtungsgabe und ein ausgeprägter Sinn für das Satirische.

Und so kommt es, dass Asterix am 29. Oktober 1959 im Comicmagazin Pilote zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. Und Ausrufe wie "Die spinnen, die Römer!" zum geflügelten Wortschatz werden.

Asterix drohte ein frühes Ende

1977 droht das Phänomen Asterix schon zu enden. Mit nur 51 Jahren stirbt Goscinny bei einem ärztlichen Belastungstest, die Comic-Gemeinde ist entsetzt. Sein Partner Uderzo möchte am liebsten alles hinwerfen.

Er wird dann jedoch vom Verlag genötigt, "Asterix bei den Belgiern" fertigzustellen. Mit einem eigenen Verlag setzt er die Asterix-Reihe zunächst alleine fort, inzwischen hält der französische Verlag Hachette Livre die Rechte, in Deutschland erscheint Asterix im Egmont Ehapa Verlag.

Inspiration durch aktuelle Themen

Wir probieren bei jedem Album etwas Neues aus und lassen uns dabei von aktuellen Themen inspirieren.
Jean-Yves Ferri

Seit 2013 zeichnet sich ein neues Asterix-Autoren-Duo verantwortlich für die Asterix-Saga. Didier Conrad und Jean-Yves Ferri erblicken beide im gleichen Jahr wie Asterix das Licht der Welt, die Verantwortung für die Bestseller-Reihe ist ihnen bewusst.

"Wir versuchen einfach, bei jedem neuen Album den Geist der Serie zu erhalten, der von dieser ganz eigenen und humorvollen Mischung aus Antike und Moderne lebt", so Jean-Yves Ferri. "Wir probieren bei jedem Album etwas Neues aus und lassen uns dabei von aktuellen Themen inspirieren."

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