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Vom Mond "über uns selbst lernen"

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Astronaut Alexander Gerst - Vom Mond "über uns selbst lernen"

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50 Jahre ist es her, dass Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betreten hat. Zum Jubiläum erzählt Astronaut Alexander Gerst, wozu die Raumfahrt nicht dienen soll.

Alexander Gerst betont, dass man vom Mond viel lernen könne.
Alexander Gerst betont, dass man vom Mond viel lernen könne.
Quelle: Henning Kaiser/dpa

Für den Astronauten Alexander Gerst ist der Sinn einer Mondmission nicht, Lebensraum für die Menschen zu schaffen - sondern wissenschaftlicher Art. "Wir fliegen nicht zum Mond, weil der so schön lebenswert ist." Er sei "relativ grau, staubig, da ist ein Vakuum, grelles Sonnenlicht, minus 150 Grad in der Nacht, plus 150 Grad am Tag".

Stattdessen könne man vom Mond "sehr viel lernen über uns selbst", sagte er in Erfurt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der ersten bemannten Mondlandung.

Raumfahrt-Show für 15.000 Kinder und Jugendliche

Zusammen mit dem 77 Jahre alten Astronauten Ulf Merbold - der einzige Deutsche, der dreimal im All war - präsentierte Gerst in Erfurt eine Raumfahrt-Show für 15.000 Kinder und Jugendliche. Thema der Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) war der Mond, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der ersten bemannten Mondlandung am 20. Juli 1969. Die USA planen, wieder Menschen zum Mond zu senden.

"Wir fliegen nicht zum Mond, weil wir denken, die Erde ist nicht mehr gut genug, oder wir grasen die ab wie ein Heuschreckenschwarm und fliegen dann weiter (...) - das ist überhaupt nicht unser Ziel", so
Gerst weiter. "Wir fliegen zum Mond, um dort mehr über uns selbst zu erfahren und das zurück zur Erde zu bringen. Um, unter anderem, die Erde zu einem lebenswerteren Ort zu machen und die zu bewahren für zukünftige Generationen."

Marsmission physikalisch möglich

Die beiden Astronauten sprachen auch über die Möglichkeit einer bemannten Marsmission. Er sei sich relativ sicher, sagte Gerst, dass die Generation, die jetzt aufwächst, eine solche erleben würde. Zwar sei eine Marsmission mit vielen Herausforderungen verbunden, etwa einer Abwehr der Strahlung oder der Notwendigkeit, ein lebenserhaltendes System zu konzipieren, das für mehrere Jahre funktioniert. "Das sind Dinge, die wir lösen müssen, die sind nicht einfach, da sind aber Heerscharen von Ingenieuren und Ingenieurinnen dran. Letztendlich ist da nichts dabei, wo die Physik sagt, das geht nicht."

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