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Vorfall in Ellwangen - Asylbewerber verhindern gewaltsam Abschiebung

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Asylbewerber haben die Abschiebung eines Afrikaners aus der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen verhindert. Sie schlugen gegen die Fahrzeuge der Polizei.

Archiv: Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen am 23.06.2016
Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen (Archivbild)
Quelle: dpa

Afrikanische Asylbewerber haben die Abschiebung eines 23-jährigen Mannes aus dem westafrikanischen Kleinstaat Togo aus der Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen mit Gewalt verhindert. Die Polizei musste die Aktion in der Nacht zum Montag abbrechen, weil die Situation für die Streifenwagenbesetzungen offenbar zu gefährlich wurde. Unterstützung durch andere Polizeikräfte sei nicht in Sicht gewesen, da die Organisation und Anfahrt dafür mehrere Stunden gedauert hätte, hieß es.

Zunächst hätten sich rund 50 Bewohner der Einrichtung mit dem Abzuschiebenden solidarisiert erklärte das zuständige Polizeipräsidium in Aalen am Mittwoch. "In der weiteren Folge rotteten sich rund 150 mutmaßliche Flüchtlinge zusammen", heißt es in der Mitteilung des Präsidiums. Zuvor war in Polizeikreisen sogar von rund 200 Beteiligten die Rede.

Migranten stellen Polizei Ultimatum

Die Migranten umringten laut Darstellung von Zeugen die Streifenwagen und bedrängten die Polizisten. "Sie waren so aggressiv und drohten uns immer deutlicher, so dass wir den Mann (...) zurück lassen und uns bis zur Landeserstaufnahme-Wache (LEA) zurückziehen mussten", beschrieb ein beteiligter Polizist die Lage. Die Migranten schlugen demnach gegen die Polizeiautos, die dadurch beschädigt worden seien.

Später kam ein von den Migranten als Mittelsmann beauftragter Security-Mitarbeiter zu den Beamten. Die Botschaft war mit einem Ultimatum verbunden: Die Polizei müsse dem Togolesen binnen zwei Minuten die Handschellen abnehmen, andernfalls würden sie die Pforte stürmen. Daraufhin entschied die Polizei, dass der Security-Mitarbeiter einen Schlüssel mitnehmen könne, um den Togolesen von den Handschellen zu befreien. Der Mann soll danach untergetaucht sein.

Polizei-Vizepräsident: "Das Recht wird durchgesetzt"

In dem Polizeibericht am Mittwoch war von zwei Streifenwagen die Rede, die von rund 150 Migranten angegriffen wurden. Die Polizei hätte ihre Ziele in dieser Nacht auch mit Gewalt durchsetzen können, wie der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Aalen, Bernhard Weber, sagte. Die Straftatbestände Gefangenenbefreiung und Landfriedensbruch hätten ein gewaltsames Vorgehen gerechtfertigt, führte er aus.

"In einer so aggressiven und gewaltbereiten Ausnahmesituation den kühlen Kopf bewahrt zu haben, da kann ich meinen Kollegen nur großen Respekt zollen", sagte Weber laut Mitteilung. Die Polizei schließt demnach nicht aus, dass sich die Bewohner in einer emotional angespannten Situation und der entstandenen Gruppendynamik zu Straftaten hinreißen lassen. Eine aggressive Menge könne die Polizei aber nicht von der Durchsetzung rechtsstaatlichen Handels abbringen. "Das Recht wird durchgesetzt werden, dafür stehen wir", so Weber. Wie das im konkreten Fall geschehen soll, ließ er allerdings offen.

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