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AT&T schluckt Time Warner - Time Warner soll Geschichte sein

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Der Telekommunikationsriese AT&T in den USA schluckt den Medienkonzern Time Warner. US-Präsident Trump hatte die Übernahme bislang blockiert - erfolglos. Nun entsteht ein Gigant.

TimeWarner and AT&T
Die Time-Warner-Übernahme durch AT&T ist perfekt. Quelle: ap

Wenn ein Riese mit einem anderen Riesen in der Wirtschaft fusioniert, entsteht ein Gigant. Und Giganten können anderen durchaus Angst machen. Mit der Übernahme des traditionsreichen Medien- und Filmkonzerns Time Warner durch den Telekommunikationsriesen AT&T vollzieht sich eine der größten Übernahmen, die es je in der Unterhaltungs- und Medienbranche gegeben hat  - nicht nur in den Vereinigten Staaten: Über 80 Milliarden Dollar lässt AT&T für die Übernahme von Time Warner springen.

CNN, HBO, Warner Bros. - künftig AT&T

Mit der Fusion will AT&T sich den veränderten Rahmenbedingungen einer zunehmend mobilen und digitalen Gesellschaft anpassen. Denn längst gilt die einstige Trennung von Kabelnetzbetreiber oder Mobilfunk-Anbietern auf der einen Seite und Filmproduktionsstudios auf der anderen Seite nicht mehr.

Mit anderen Worten: Wer mobiles Internet und andere Zugänge zu Informationen anbietet, hat zunehmendes Interesse daran, die Inhalte gleich mitzuliefern. Genau das gelingt AT&T durch die Übernahme von Time Warner. "Heutzutage bindet man Kunden, indem man ihnen Zugang und Inhalte bietet", sagt Branchenbeobachter Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter Fegra Capital.

Megafusion in den USA: Der Telekommunikationsriese AT&T übernimmt den Medienkonzern Time Warner für mehr als 80 Milliarden Dollar.

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Und Inhalte gibt es bei Time Warner genug: Neben dem Nachrichtenflaggschiff CNN betreibt Time Warner auch den Bezahlsender HBO. Bekannt ist der vielen Menschen vor allem durch seine Erfolgsserie "Game of Thrones". Und natürlich gehören untrennbar zu Time Warner auch die Filmstudios Warner Bros. Entertainment, den meisten wohl eher bekannt unter ihrem früheren Namen Warner Brothers. Dass Namen so manchem als Schall und Rauch gelten, bestätigt sich hier: Im Zuge der Übernahme soll der Name Time Warner verschwinden.

Trump blockierte die Übernahme

AT&T seinerseits ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in den USA und ein Börsenschwergewicht. Das Unternehmen war auch ohne den Zukauf bereits rund 250 Milliarden US-Dollar wert. Auf der Forbes-Liste der weltgrößten Unternehmen stand AT&T bisher auf Platz elf. Zudem ist AT&T auch der drittgrößte Kabelfernsehanbieter in den USA - auch aus dieser Sicht erscheint die Übernahme also als äußerst sinnvoll für das Unternehmen.

Ob die Übernahme und Marktkonzentration allerdings auch für die Kunden gut ist, darf bezweifelt werden. Dies war auch der offizielle Grund, warum die bereits im Jahr 2016 angekündigte Fusion bis heute nicht vollzogen werden konnte. Denn kein geringerer als US-Präsident Donald Trump war einer ihrer schärfsten Kritiker und Gegner. Er begründete das mit dem Argument, dass nicht zu viel Macht und Konzentration gebündelt werden dürfe. Allerdings ist auch bekannt, dass Trump vor allem gegen den kritischen Nachrichtensender CNN einen Groll hegt. Der sei, so hat Trump wiederholt unterstrichen, allen voran ein Verbreiter von "Fake News".

AT&T wappnet sich gegen Internetgiganten

Auch deswegen ist die Übernahme damit noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Denn die Wettbewerbshüter aus der Trump-Regierung könnten auch nach Abschluss der Fusion noch Berufung einlegen. Ein Sprecher des Justizministeriums in Washington sagte, diese Option werde derzeit weiter geprüft.

AT&T begründet die Übernahme damit, dass sich der Konzern gegen Konkurrenten wie den Streaming-Anbieter Netflix oder auch Amazon behaupten muss. Auch Internetgiganten wie Google und Facebook sind in diesen Bereichen unterwegs und gehören zu ziemlich mächtigen und einflussreichen Konkurrenten. Gigantomanie als Antwort auf Gigantomanie lautet offenbar die Devise.

Time Warner kennt sich in diesem Feld übrigens aus. Denn der Konzern ist nicht das erste Mal das Ziel einer Übernahme eines mächtigen Wettbewerbers. Bereits im Jahr 2001 hatte der damals aufstrebende Online-Serviceanbieter AOL Time Warner geschluckt. Allerdings entpuppte sich diese Fusion als Flop. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase wies AOL horrende Verluste aus. In Folge musste Time Warner mitbluten und viele Teile seines einstigen Geschäftes verkaufen.

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