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Atomenergie - Start für Rückbau von AKW Biblis

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Der Rückbau vom stillgelegten Atomkraftwerk in Biblis läuft zwar schon einige Wochen. Jetzt ist aber der symbolische Startschuss gefallen. Hessens Umweltministerin Hinz sprach von einem "Meilenstein". Für den Abbau sind laut RWE 15 Jahre veranschlagt.

Spätestens 2022 geht das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Bis dahin werden 29.000 Kubikmeter Atommüll entstanden sein. Bis heute weiß niemand, wohin damit.

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Im hessischen Biblis hat der Rückbau des bereits abgeschalteten Atomkraftwerks Biblis begonnen. Den Startschuss gab die Umweltministerin des Landes, Priska Hinz (Die Grünen), mit der symbolischen Demontage einer Pumpe. Hinz sprach von einem „historischen Moment“. Die Ära der Atomenergienutzung in Hessen sei endgültig beendet, nun beginne eine neue Zeit. "Mit dem Rückbau von Biblis wird der Atomausstieg konsequent umgesetzt", erklärte die Grünen-Politikerin.

Abbau über 15 Jahre geplant

Die Folgen der Atomenergienutzung blieben aber noch lange sichtbar, räumte Hinz gleichzeitig ein. Vor allem die Entsorgung der radioaktiven Abfälle werde "noch sehr viel Zeit" in Anspruch nehmen. Die abgebrannten Brennelemente müssen dem Ministerium zufolge in einem Zwischenlager an dem Standort verbleiben, bis ein Endlager gefunden ist.

Nach Angaben des AKW-Betreibers RWE sind für den Abbau mindestens 15 Jahre veranschlagt. Die Zeitspanne sei "schon ambitioniert", sagte Kraftwerksleiter Horst Kemmeter. "Dann wird die Silhouette des Kraftwerks aber im Wesentlichen auch noch so wie heute aussehen. Der Abbau findet von innen nach außen statt."

Finanzpaket zur Entsorgung nuklearer Altlasten

Wegen der Stilllegung hatte RWE das Land Hessen auf Schadenersatz verklagt und vor dem Landgericht Essen 235 Millionen Euro gefordert. Anfang Juli lies der Konzern die Klage dann fallen. Die Rücknahme ist Teil des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Betreibern deutscher Kernkraftwerke, der Ende Juni unterzeichnet wurde und ein milliardenschweres Finanzpaket zur Entsorgung nuklearer Altlasten auf den Weg gebracht hat. Es sieht vor, dass die vier Energieriesen rund 24 Milliarden Euro in einen staatlichen Entsorgungsfonds zahlen.

Der Fonds soll die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls managen. Wie hoch diese Kosten am Ende sein werden und wann sie anfallen, ist unklar. In dem Vertrag sichern die Konzerne im Gegenzug zu, keine weiteren Klagen im Zusammenhang mit Zwischen- und Endlagern zu erheben und bestehende fallen zu lassen.

Atommüll bleibt vorerst auf Kraftwerksgelände

Biblis gehört zu den deutschen Atomkraftwerken, die nach der Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 erst für drei Monate und dann für immer abgeschaltet worden. Der Block A ist schon frei von abgebrannten Brennstäben. Im Block B sollen Ende 2018 keine Brennelemente mehr sein. Sie können nicht sofort entsorgt werden, sondern werden zunächst in Castor-Behältern auf dem Kraftwerksgelände in einem Zwischenlager untergebracht. Es ist bis 2046 genehmigt.

Der restliche Abfall kommt in andere Behälter, die ebenfalls auf dem Kraftwerksgeländer erst einmal zwischendeponiert werden. Schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollen im Schacht Konrad in Salzgitter endgelagert werden. Für hochradioaktive Abfälle suchen Experten und Politik noch einen endgültigen Platz. Nach dem Willen der Bundesregierung soll dann 2022 das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Viele Nachbarländer setzen aber weiter auf Atomkraft.

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