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Atomstreit mit Nordkorea - Kim giftet zurück: Trump dementer US-Greis

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Der Krieg der Worte eskaliert weiter. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnet US-Präsident Trump nun als dementen Greis, den er mit Feuer bändigen wolle. Nach den USA kündigt auch die EU neue Sanktionen gegen Pjöngjang an.

Nach Trumps Rede vor der UNO, in der er Nordkorea mit völliger Zerstörung drohte, hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un zurückgeschlagen. Er bezeichnete Trump als "dementen Greis", und versicherte, "ihn mit Feuer zu bändigen".

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Nach den jüngsten martialischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rhetorisch zurückgeschlagen. "Ich werde den Mann, der die Hoheit über das Oberkommando in den USA hat, für seine Rede teuer bezahlen lassen", sagte Kim am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Trump hatte Nordkorea mit der "völligen Zerstörung" gedroht, sollte es nicht einlenken.

"Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen", sagte Kim weiter. Die Drohungen des US-Präsidenten hätten ihm weder Angst gemacht noch ihn gestoppt, sondern vielmehr darin bestätigt, dass "der Weg, den ich gewählt habe, richtig ist", wurde Kim weiter zitiert. Trump hatte bei seinem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung am Dienstag gedroht, die USA würden Nordkorea notfalls mit einem Militärangriff "völlig zerstören", falls Pjöngjang im Streit um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenke. Diese Drohung löste heftige Reaktionen aus.

Neuer Atomtest?

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho drohte ungeachtet der Sanktionen laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag mit einem möglichen neuen Atomtest. Bei diesem könne es die "stärkste Explosion einer Wasserstoffbombe" im Pazifischen Ozean geben, wurde Ri Yong Ho zitiert. Ri habe das in New York in Anspielung auf die Drohung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit "einer harten Gegenmaßnahme auf höchstem Niveau" gegen die USA gesagt.

Die EU will die neuen Sanktionen im Oktober verabschieden. Diese Grundsatzentscheidung trafen die für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter am Donnerstagabend, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß. Dabei sollen auch Ölausfuhren in das Land künftig untersagt werden. Zudem sollen Einreiseverbote und Kontosperren für weitere nordkoreanische Personen, Organisationen und Unternehmen verhängt werden.

"Neue Stufe des Drucks"

US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor neue, harte Sanktionen gegen Nordkorea verkündet. Die Strafmaßnahmen der USA zielen darauf ab, jeglichen Handel mit Nordkorea zu unterbinden. Banken weltweit können künftig keine Geschäfte mehr mit Nordkorea abwickeln, ohne dabei straffrei Geschäftsbeziehungen in oder mit den USA zu unterhalten. "Jede Bank steht vor einer klaren Entscheidung", sagte Trump in New York. "Geschäfte mit den USA oder Geschäfte mit Nordkorea."

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae In begrüßten die Entscheidung Trumps. "Wir begeben uns auf eine neue Stufe des Drucks", sagte Abe. Japan unterstütze diesen Schritt "von Herzen". Auch Moon sagte, sein Land werde seine eigenen Schritte mit denen der USA eng abstimmen. Er betonte jedoch auch, es gehe seinem Land nicht um einen Kollaps des Nachbarstaates. Seoul und die Weltgemeinschaft unternähmen alles nur mögliche, um den Atomkonflikt mit Pjöngjang friedlich beizulegen.

Kim nicht bei UN-Generaldebatte

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits im August und September zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Grund sind die anhaltenden Atom- und Raketentests des kommunistischen Lands, die gegen internationales Recht verstoßen.

China rief Nordkorea erneut dazu auf, das Atomprogramm aufzugeben. Außenminister Wang Yi sagte in New York: "Wir rufen Nordkorea dazu auf, nicht weiter in die eingeschlagene gefährliche Richtung zu gehen." Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un blieb der UN-Generaldebatte wie im vergangenen Jahr fern.

Russland gegen "einseitige Schritte"

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte davor, Sanktionen im Alleingang zu verhängen, die über Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats hinausgehen. Wie falsch solch "einseitige Schritte" seien, habe sich am Beispiel des US-Embargos gegen Kuba gezeigt.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bezeichnete das Atomprogramm des Landes in seiner UN-Rede als "eine ernsthafte Bedrohung für den Weltfrieden". Die Lösung dieser internationalen Krise sei so wichtig, weil Nordkorea sonst Nachahmer finden werde.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Wochen nicht nur mit seinem sechsten Atomwaffentest, sondern auch mit Raketentests in Unruhe versetzt. Der Konflikt mit dem ostasiatischen Land steht deshalb im Zentrum des derzeitigen einwöchigen Treffens von Staatenlenkern aus aller Welt am UN-Hauptquartier in New York.

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