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Mehrstündige Aussage - Stephan B. gesteht Anschlag von Halle

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Stephan B. hat den Anschlag von Halle gestanden, das bestätigte die Bundesanwaltschaft dem ZDF. Demnach hatte er ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv.

Eine Person wird von Polizisten aus einem Hubschrauber am 10.10.2019 in Karlsruhe gebracht.
Das Bild zeigt Stephan B. auf dem Weg zum Haftprüfungstermin in Karlsruhe am Donnerstag.
Quelle: DPA

Der 27-jährige Stephan B. befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Der am Abend erlassene Haftbefehl legt ihm zweifachen Mord und siebenfachen Mordversuch zur Last. Er habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Freitag mit.

Zwei Menschen in Halle erschossen

B. war am Mittwoch festgenommen worden, nachdem vor einer Synagoge in Halle eine 40 Jahre alte Frau und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss ein 20-jähriger Mann erschossen worden waren. Zuvor hatte der Täter vergeblich versucht, die Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen. Zu dem Zeitpunkt hielten sich 51 Menschen in dem Gotteshaus auf und feierten das wichtigste jüdische Fest, Jom Kippur. Auf der Flucht verletzte der Täter zudem eine 40 Jahre alte Frau und deren 41 Jahre alten Mann mit Schüssen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte B. vier Schusswaffen und mehrere Sprengsätze bei sich.

Ein Bekennervideo in sozialen Netzwerken zeigt den Ablauf der Tat aus der Perspektive des Attentäters - von der vergeblichen Erstürmung der Synagoge über die tödlichen Schüsse bis zur Flucht. Das Video diente den Ermittlern auch zur Rekonstruktion des Ablaufs der Tat. Zudem legte der Täter in einem elf Seiten langen "Manifest" seine Gedanken dar. Der Text liest sich stellenweise wie die Anleitung zu einem Computerspiel, in dem Dokument wimmelt es vor antisemitischen Begriffen.

Antisemitismusbeauftragter fordert härtere Strafen

Die weltweite Bestürzung über die Tat ist groß. An diesem Freitag sind in Halle weitere Gedenkveranstaltungen geplant. Der Bundesrat hat am Vormittag der Opfer des Anschlags von Halle mit einer Schweigeminute gedacht. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sprach von einer "neuen Qualität des Rechtsextremismus".

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, forderte härtere Strafen für Hassverbrechen. Sinnvoll wäre eine Ergänzung des Paragrafen 46 im Strafgesetzbuch, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Demnach können vor Gericht "rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende" Beweggründe berücksichtigt werden. Das Wort "antisemitisch" fehle hier, so Klein. Zudem müsse stärker gegen Hass im Internet vorgegangen werden.

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