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Arbeitnehmer trägt Wegerisiko - Streik entschuldigt nicht Verspätung im Job

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Auch wenn die Bahn streikt, müssen Arbeitnehmer rechtzeitig am Arbeitsplatz sein. Anderenfalls droht eine Abmahnung. Anwälte raten zu einer rechtzeitigen Umplanung.

Menschen im Bahnhofshalle
Verspätet am Arbeitsplatz durch Bahnstreik - das Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer.
Quelle: imageBROKER

Würden Streiks in den Medien angekündigt, müssten Arbeitnehmer zumutbare Vorkehrungen treffen, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, hieß es vom Deutschen Anwaltsverein in Berlin. Wichtig sei, den Arbeitgeber schnellstmöglich, zum Beispiel über Handy, über eine mögliche
Verspätung zu informieren.

Arbeitnehmer trägt Arbeitswegerisiko

Grundsätzlich trägt der Arbeitnehmer das sogenannte Arbeitswegerisiko, das heißt, er muss dafür Sorge tragen, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Sollte er mehrmals nicht pünktlich sein, kann er laut Arbeitsrechtlern im schlimmsten Fall gekündigt werden. Demnach gibt es dabei nur eine Ausnahme: Wenn der Mitarbeiter keinen Einfluss auf ein unvorhersehbares Ereignis habe (beispielsweise im Fall, dass die Bahn aufgrund eines fehlerhaften Signals stehen bleibt oder aufgrund eines nicht selbst verursachten Autounfalls).

Bei einem angekündigten Ausstand muss der Arbeitnehmer laut Arbeitsrechtlern Maßnahmen ergreifen, damit er pünktlich kommt. Bei einem Warnstreik der Bahn könnte das beispielsweise sein, dass der Arbeitnehmer mit dem Auto zum Arbeitsplatz fährt oder sich um die Bildung von Fahrgemeinschaften kümmert.

Grundsatz gilt: Ohne Arbeit kein Geld

Kommt ein Arbeitnehmer wegen des Bahnstreiks zu spät, erhält er für die ausgefallene Zeit keinen Lohn. Hier gelte der Grundsatz: "ohne Arbeit kein Geld". Meistens ließen sich durch Streik bedingte Ausfälle von Arbeitszeiten aber ausgleichen, nachdem man dies mit dem Arbeitgeber abgesprochen hat.

Nimmt der Arbeitnehmer ein Taxi, kann er die Kosten von der Bahn erstattet bekommen - allerdings nur bei planmäßigen Ankunftszeiten zwischen 0 und 5 Uhr und einer zu erwartenden Verspätung von mind. 60 Minuten am Zielbahnhof. Vom Arbeitgeber kann er nicht verlangen, dass ihm dieser die zusätzlichen Kosten ersetzt.

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