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Missbrauchsvorwürfe - Fall Weinstein: New Yorker Justiz schaltet sich ein

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Die Polizei ermittelt bereits wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe, jetzt schaltet sich auch die New Yorker Justiz in den Fall Harvey Weinstein ein: Sie ermittelt in der Firma des Filmproduzenten.

Er hatte die berühmte „Besetzungs-Couch“ und führte jahrelang ein Doppelleben: Hollywood-Filmproduzent Harvey Weinstein. Immer mehr Frauen erzählen ihre Geschichten von seinen sexuellen Übergriffen. Wer wusste davon und warum sprechen Opfer erst jetzt?

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Nach der Polizei in New York und Los Angeles ermittelt nun auch die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Filmmogul Harvey Weinstein wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe. Staatsanwalt Eric Schneiderman habe zahlreiche Dokumente der in New York ansässigen Weinstein Company TWC angefordert, teilte die Behörde mit.

"Kein New Yorker sollte gezwungen sein, einen von sexueller Einschüchterung, Belästigung oder Angst beherrschten Arbeitsplatz zu betreten. Wenn sexuelle Belästigung oder Diskriminierung in einem Unternehmen weit verbreitet sind, wollen wir es wissen", sagte Schneiderman.

Dokumente angefordert

Die Staatsanwaltschaft forderte von TWC unter anderem interne Dokumente zu formellen und informellen Beschwerden über sexuelle Belästigung. Zudem muss die Firma ihre Kriterien offenlegen, nach denen Bewerber ausgewählt, eingestellt oder abgelehnt werden sowie nach denen Angestellte gekündigt werden.

Die "NYT" und das Magazin "New Yorker" hatten Anfang Oktober enthüllt, dass Weinstein über Jahrzehnte Frauen sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt haben soll. Seither meldeten sich mehr als 40 Schauspielerinnen und Models mit entsprechenden Vorwürfen zu Wort, darunter Stars wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow. Weinstein hat zu den Vorwürfen von inzwischen rund 50 Frauen erklären lassen, keinen nicht-einvernehmlichen Sex gehabt zu haben.

Der Skandal hatte einen Aufschrei auf der gesamten Welt ausgelöst, zehntausende Frauen berichten seitdem in sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort "MeToo" (Ich auch) über ihre Erfahrung mit sexuellen Übergriffen.

Auch Vorwürfe gegen Toback

In Hollywood sind derweil auch Vorwürfe gegen den US-Regisseur James Toback laut geworden. Wie die "Los Angeles Times" schreibt, soll sich Toback mehreren Frauen etwa mit dem Versprechen angenähert haben, sie berühmt zu machen. Dann habe er sie in vorgeblich professionellen Situationen belästigt. Die berichteten Vorfälle erstrecken sich über Jahrzehnte.

Der heute 72-jährige Regisseur wies demnach sämtliche Vorwürfe von sich. Er gab dem Bericht zufolge an, die Frauen nie getroffen zu haben - und wenn doch, dann "nur für fünf Minuten", an die er sich nicht erinnern könne.

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