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Betrugsverdacht in Dieselaffäre - Audi-Chef Stadler verhaftet

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Erst vor wenigen Tagen durchsuchten Ermittler die Wohnung von Audi-Chef Stadler. Der Verdacht: Betrug im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre. Jetzt kommt der Manager in U-Haft.

Rupert Stadler (Archivbild)
Rupert Stadler (Archivbild)
Quelle: dpa

"Der Beschuldigte wurde der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat", teilte die Staatsanwaltschaft München II mit. Als Grund nannte die Behörde Verdunkelungsgefahr. "Darüber hinaus können wir uns vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen inhaltlich nicht äußern. Für Herrn Stadler gilt weiterhin die Unschuldsvermutung."

Betrugsverdacht in der Dieselaffäre

Die Staatsanwaltschaft München hatte vergangene Woche überraschend Stadlers Privatwohnung durchsucht und dies mit Betrugsverdacht in der Dieselaffäre begründet. Auch die Wohnung eines anderen amtierenden Audi-Managers war durchsucht worden. Dabei geht es um den Vorwurf, dass Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Software auf den europäischen Markt gebracht wurden. Die Untersuchungen beziehen sich offenbar auch auf die Zeit nach Bekanntwerden des VW-Dieselskandals vor fast drei Jahren.

Im Zuge der Ermittlungen um den Abgasskandal ist Audi-Chef Rupert Stadler festgenommen worden. ZDF-Korrespondent Manfred Ahlers berichtet.

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Stadler soll nach der Aufdeckung der Manipulationen in den USA von den falschen Abgaswerten auch in Europa gewusst haben, aber anders als in den USA keinen Vertriebsstopp angeordnet haben. Die Ermittler stützten sich auf die Auswertung von Korrespondenz, verlautete aus Ermittlerkreisen. Im März 2017 und im Februar 2018 hatte es in der Audi-Zentrale in Ingolstadt und im Werk Neckarsulm Razzien gegeben.

Neben Stadler sitzt als Beschuldigter auch ein ehemaliger Chef der Audi-Motorenentwicklung und früherer Porsche-Entwicklungsvorstand in Untersuchungshaft. Er war im September 2017 verhaftet worden. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen.

"Keine Nibelungentreue"

Stadler, der Audi seit 2007 lenkt, steht seit Bekanntwerden des Abgasskandals vor mehr als zweieinhalb Jahren massiv unter Druck. Der 55-Jährige konnte sich bisher auf die Rückendeckung der Familieneigner stützen. Inzwischen werden die Porsches und Piechs, die über die Porsche SE die Mehrheit an Volkswagen halten, offenbar vorsichtiger. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats ist zu hören, es gebe keine "Nibelungentreue" zu Stadler. Die Familien schätzten dessen Arbeit. Sollten durch die Ermittlungen aber gravierende Details bekannt werden, könnte der Rückhalt schwinden, sagte eine Person aus dem Umfeld der Familien vergangene Woche.

Audi soll in den USA und Europa von 2009 an rund 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben. Seit Ende 2015 hatten sechs Audi-Vorstände ihren Hut nehmen müssen. Gegen Stadler waren immer wieder Rücktrittforderungen laut geworden.

Am Nachmittag sollte der Aufsichtsrat von Volkswagen zu einer regulären Sitzung zusammenkommen. Dabei sollte auch der Fortgang der Diesel-Aufklärungen ein Thema sei.

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