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Urlaubs-Schnäppchen 2017 - Lohnt sich Last-Minute überhaupt noch?

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Die Sommerferien in Deutschland haben in vielen Bundesländern schon begonnen, längst aber nicht alle wissen, wohin die Reise gehen soll. Manch einer versucht kurz entschlossen, noch ein günstiges Schnäppchen zu ergattern. Last-Minute heißt das Zauberwort. Aber lohnen sich die Angebote noch?

Das Last-Minute Angebot endet in der Partyhochburg, die Strandaktivitäten weisen Sicherheitsmängel auf und auf dem Markt ist alles gefälscht. Diese Fallen können vermieden werden.

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43 min
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Fest steht: Last-Minute ist noch immer eine Möglichkeit, um gutes Geld zu sparen. Mit ein wenig Glück sogar bis zu 50 Prozent. Allerdings ist es nicht mehr so wie in den 1990er Jahren - in denen Internet noch nicht so verbreitet war wie heute -, dass man direkt am Flughafen zwingend die besten Schnäppchen macht. Letztendlich greifen alle auf dieselben Buchungsmaschinen zurück, egal ob man als Privatperson online bucht, über das Reisebüro oder eben am Last-Minute-Schalter am Flughafen.

Dass der Last-Minute-Boom der 1990er vorbei ist, hat auch damit zu tun, dass die Tourismuskonzerne seit einigen Jahren aus Gründen der Planbarkeit verstärkt auf Frühbucherrabatte setzen. Die finanziellen Anreize für Frühbucher sind ähnlich wie bei Last-Minute-Angeboten. Wer sich zum Beispiel bis Ende Oktober schon für den Sommer 2018 festlegt, "kann bei uns bis zu 35 Prozent sparen", so Thomas Cook-Geschäftsführer  Carsten Seeliger. Weitere Frühbucher-Angebote gibt es bis in den Januar und Februar hinein, dann allerdings mit etwas weniger Preisersparnis.

Angebote richten sich nach Kundenwünschen

Der Trend hat sich also eindeutig zu den Frühbuchern verschoben. Nicht nur wegen des attraktiven Preises, sondern letztlich auch wegen der besseren Planbarkeit für den Kunden. Wer ein bestimmtes Hotel sucht oder bestimmte Vorstellungen von Region oder Reiseart hat, sollte eher früh buchen. Dann ist die Auswahl noch größer. Gerade beliebte Hotels sind in der Ferienzeit schnell ausgebucht.

Längst beobachten und analysieren Reiseunternehmen das Buchungsverhalten der Kunden. Auch soziale Medien werden ausgewertet, um Reisenden individuelle Angebote unterbreiten zu können, wie Seeliger erklärt: "Wir beschäftigen uns natürlich ganz viel mit unseren Kunden und wollen vom Kunden lernen. Der Kunde prägt damit auch die Angebote in der nächsten Saison. Wir kaufen mehr da ein, wo die Kunden im letzten Jahr hingefahren sind. Wir wollen entlang der "Customer Journey" verstehen, was dem Kunden wichtig ist und das wir gestalten aus. Das heißt konkret: Wir beobachten das Reiseverhalten - vom Suchverhalten online, wie stationär im Reisebüro über Flug, Hotelaufenthalt bis hin zur Rückreise. Wir wollen verstehen, was dem Kunden wichtig ist, welche Serviceleistungen er von uns haben möchte. Und da versuchen wir, uns im Sinne des Kunden entsprechend anzupassen." Für den Veranstalter werden Kontingente dadurch besser und frühzeitiger planbar.

Billig heißt nicht immer günstig

Dennoch: Last-Minute-Reisen mit gutem Sparpotenzial sind längst nicht ausgestorben. Häufig ist aber das billigste Angebot nicht das günstigste, weil es zum Beispiel keine Transfers enthält oder die Zimmerkategorie nicht die beste ist. Oder die Halbpension ist plötzlich nicht mehr inbegriffen. Das sollte man unbedingt checken bevor man bucht. Oft gibt es auch keine Direktflüge mehr. Da kann es schon mal sein, dass man sechs Stunden Zwischenstopp an irgendeinem Flughafen hat. Außerdem können die Rückflugzeiten sehr ungünstig sein, sodass ganze Tage verloren gehen.

Last-Minute-Angebote gibt es in der Regel zwischen zwei und vier Wochen vor Abflug. Aber: Nicht hinter jedem Angebot muss ein Super-Preis stecken, nur weil "Last Minute" draufsteht. Der Begriff ist nicht geschützt und es kann durchaus vorkommen, dass der günstigste Katalogpreis eines Veranstalters preiswerter ist, als der Last-Minute-Preis eines anderen Veranstalters.

Flexibilität ist gefragt

Je flexibler man in Bezug auf Ziel, Abflughafen, Reisezeitraum und Hotelkategorie ist, desto größer ist die Auswahl und auch die Wahrscheinlichkeit, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu erhalten. So kann es sich durchaus lohnen, von einem weiter entfernten Flughafen in einem anderen Bundesland zu starten, wo die Ferien noch nicht angefangen haben oder schon zu Ende sind. Das kann bis zu 50 Euro pro Person ausmachen. Allerdings wird der Transfer zu einem anderen Abflughafen nicht von allen Reiseveranstaltern angeboten. Die Kosten dafür muss man mitunter selbst tragen.
Wichtig auch: Wer spontan in die Ferne fliegen will, sollte seinen Impfschutz und die Einreisebestimmungen des Ziellandes prüfen. Eine gute Quelle sind die Seiten des Auswärtigen Amtes.

Last-Minute-Trend Griechenland

In diesem Jahr ist ganz klar Griechenland der Last-Minute-Trend. Viele Reiseziele im westlichen Mittelmeer wie Spanien - hier vor allem die Balearen - sind weitgehend ausgebucht. Langfristige Bucher haben Urlaubsländer wie Türkei, Tunesien und Ägypten weitgehend links liegen lassen. Terroranschläge und die instabile politische Situation in einigen Ländern haben viele Reisende verunsichert. Nicht zuletzt deshalb gibt es aus diesen Ländern im Last-Minute-Geschäft viele und sehr günstige Angebote. Und das scheint die Reisenden zu locken.

"Nordafrika, hier insbesondere Ägypten, Tunesien und auch Marokko, haben sich in den letzten zwei Jahren nicht besonders gut entwickelt und sich nicht der größten Kundennachfrage erfreut. Erfreulicherweise sehen wir in diesem Jahr eine Umkehr dieses Trends", erklärt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV). "Gerade Ägypten erfreut sich wieder sehr stark des Kundeninteresses. Hier haben wir prozentual sehr hohe Zuwachsraten zu verzeichnen. Auch in Tunesien liegen wir wieder deutlich im Plus. Man muss zugeben, auf einem niedrigen Basiswert: Die alte Stärke haben diese Länder noch nicht wieder erzielt, aber sie sind auf einem guten Weg."

Achim Heise von L’tur sieht auch bei Last-Minute-Buchungen in die Türkei in den letzten Wochen eine Steigerung. Norbert Fiebig vom DRV bestätigt: „Die langfristigen Buchungen sind deutlich unter dem, was erwartet wird, aber im kurzfristigen Bereich hat die Türkei in den letzten Wochen deutlich gewonnen. Das hat einmal mit dem attraktiven Preis-Angebot zu tun und dass andere Urlaubsziele derzeit vollgelaufen sind.“

Fazit: Wer flexibel ist und nicht planen muss, kann im Last-Minute Bereich Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent ergattern. Für alle anderen, wie etwa Familien, sind Frühbucher-Rabatte eine Sparoption.

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