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Tote bei Rechtsradikalen-Demo - FBI ermittelt nach Charlottesville-Attacke

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Bei einer Demonstration von Rechtsextremisten in der US-Kleinstadt Charlottesville eskaliert die Gewalt. Ein Autofahrer rast - vermutlich mit Absicht - in eine Menge von Gegendemonstranten. Eine Frau stirbt. Jetzt hat das FBI die Ermittlungen übernommen. 

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen im US-Bundesstaat Virginia übernimmt nun das FBI die Ermittlungen. In Charlottesville war bei einer Kundgebung von Rechtsextremen ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten gefahren.

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Die US-Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen zu der tödlichen Auto-Attacke in der Stadt Charlottesville übernommen. Der Fall werde als möglicher Verstoß gegen die Bürgerrechtsgesetze behandelt, teilte das FBI mit.

Verdächtiger in Gewahrsam

Ein Verdächtiger sei in Gewahrsam. Der 20-jährige Alexis F. Junior aus Ohio soll sein Auto vorsätzlich in eine Gruppe von Menschen gesteuert haben, die friedlich gegen eine Kundgebung von rechtsextremen und teils rassistischen Gruppen in Charlottesville protestiert haben. Dabei wurde eine Frau getötet, 19 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Zu einem möglichen Motiv äußerten sich die Ermittler bislang nicht.

US-Justizminister Jeff Sessions verurteilte die Tat: "Die Gewalt und die Toten in Charlottesville treffen das Herz der amerikanischen Justiz und Gerechtigkeit." Wenn Handlungen aus rassistischen Motiven und Hass verübt würden, könne das nicht toleriert werden. "Sie verraten unsere zentralen Werte."

Eskalation nach Aufmarsch von Rechten

Die Gewalt hatte bereits am Freitagabend in Charlottesville bei einer Demonstration rechtsnationalistischer und rassistischer Gruppen begonnen. Hunderte Anhänger rechter Gruppen gerieten mit linken Gegendemonstranten aneinander. Der Polizei gelang ihr nicht immer, die Gruppen auseinanderzuhalten. Sie setzte Tränengas ein, als Rechte mit Stöcken und einer Metallstange einen Gegendemonstranten blutig schlugen.

Einige der Rechtsextremisten erhoben die rechte Hand zum Hitler-Gruß. Viele führten Flaggen der früheren Südstaaten-Konföderation mit sich, die liberale US-Bürger als Symbol des Rassismus betrachten. Manche Teilnehmer führten Trumps Wahlkampf-Slogan "Make America Great Again" mit sich.

Streit um Entfernung einer Statue

Anlass für die Demonstration war die Entfernung einer Statue des Konföderationsgenerals Robert E. Lee durch die Stadt Charlottesville. Neben dem Anführer der Rechtsaußen-Bewegung Alt-Right, Richard Spencer, nahm auch das frühere Ku-Klux-Klan-Mitglied David Duke teil. Dieser sagte Reportern, weiße Nationalisten arbeiteten daran, die "Versprechen von Donald Trump zu erfüllen". Die Polizei sprach von insgesamt drei Toten und mindestens 35 Verletzten im Umfeld der Veranstaltung.

US-Präsident Trump verurteilte die Zusammenstöße. Es handele sich um eine "unerhörte Zurschaustellung von Hass, Engstirnigkeit und Gewalt auf vielen Seiten". Trump forderte "eine schnelle Wiederherstellung von Recht und Ordnung und den Schutz von unschuldigen Leben".

Kritik an Trumps Äußerungen

Vielen gingen die Äußerungen Trumps nicht weit genug, weil er die Rechtsextremisten nicht ausdrücklich als Urheber benannte. Seine Bemerkung der "vielen Seiten" erntete Kritik unter republikanischen und demokratischen Politikern. Senator Orrin Hatch sagte, das Böse müsse beim Namen genannt werden. "Mein Bruder gab sein Leben nicht im Kampf gegen Hitler, damit Nazi-Ideen hier zu Hause unangefochten stehen können", so der Republikaner.

Der demokratische Justizminister von Virginia, Mark Herring, stellte klar, Gewalt, Chaos und der Verlust von Leben in Charlottesville seien aus seiner Sicht nicht die Schuld "vieler Seiten". Vielmehr seien Rassisten verantwortlich.

Der Bürgermeister von Charlottesville, Michael Signer, suchte die Schuld direkt in Washington: "Ich lege die Verantwortung für vieles, was Sie heute in Amerika sehen, direkt vor die Haustür des Weißen Hauses und Menschen um den Präsidenten." Er warf Trump vor, mit seinem Wahlkampf im vergangenen Jahr rassistische Vorurteile geschürt zu haben. Bei der Demonstration beriefen sich einige der weißen Nationlisten auf Trumps Wahlsieg als Bestätigung für ihre Einstellungen.

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