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Nach Tod von Feuerwehrmann - Augsburg: Sechs Verdächtige müssen wieder in Haft

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Vor Weihnachten kamen sie frei, nun müssen sechs junge Augsburger wieder in Haft: Das entschied das Oberlandesgericht im Fall des am Nikolausabend erschlagenen Feuerwehrmanns.

Die Haftentlassung von sechs Tatverdächtigen im Fall des getöteten 49-Jährigen in Augsburg ist aufgehoben worden. Ein Sprecher der Polizei in Augsburg sagte auf Nachfrage am Freitagabend, dass das Oberlandesgericht (OLG) in München diese Entscheidung getroffen habe. Es hob damit eine Entscheidung des Landgerichts auf. Das OLG war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Verteidiger eines der sechs Verdächtigen sagte, dass sein Mandant am Freitag wieder festgenommen worden sei. Er werde vermutlich am Samstag einem Haftrichter vorgeführt.

Hauptverdächtiger sitzt wegen Totschlags in U-Haft

Die sechs Tatverdächtigen waren am Nikolaustag auf dem Augsburger Königsplatz in einen Streit mit dem 49-Jährigen involviert gewesen, in dessen Verlauf ein siebter aus der Gruppe das Opfer mit einem einzigen Schlag getötet haben soll. Der 17-Jährige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft hat, sitzt weiterhin wegen Totschlags in U-Haft. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, auch weil das Opfer bei der Berufsfeuerwehr gewesen war.

Die sechs Verdächtigen waren wenige Tage nach der Tat am 6. Dezember wegen Beihilfe zum Totschlag in Untersuchungshaft gekommen - vor Weihnachten wurden sie dann entlassen. Die Jugendkammer sah für sie keinen dringenden Tatverdacht, hatte das Landgericht Augsburg am Montag mitgeteilt. Die Verteidiger der sechs Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen hatten zuvor Haftbeschwerde eingelegt.

So soll die Tat abgelaufen sein

Der 49-Jährige war mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmarkt und einem anschließenden Restaurantbesuch, als es zu einem Streit mit der Gruppe kam. Dabei starb der 49-Jährige, sein 50 Jahre alter Freund wurde verletzt. Die Frauen blieben körperlich unverletzt.

Nach Polizeiangaben war zunächst der 49-Jährige von der Gruppe von Jugendlichen umringt worden. "Dann gab es einen Schlag, der Mann fiel zu Boden", sagte Kripo-Chef Gerhard Zintl drei Tage nach der Tat. Die Gruppe sei dann auf den Begleiter des Opfers zugegangen, der seinem am Boden liegenden Freund zu Hilfe kommen wollte. Der 50-Jährige wurde attackiert und im Gesicht schwer verletzt. "Der ganze Handlungsablauf hat wenige Sekunden gedauert", sagte Zintl.

Zum Hergang zuvor sagte er: Die beiden Ehepaare und die jungen Männer seien sich auf dem Augsburger Königsplatz begegnet. "Aus irgendwelchen Gründen hat sich das Opfer umgedreht, ist auf die Gruppe (Jugendlicher) zugegangen und war plötzlich umringt." Der
Feuerwehrmann habe sich mit einem aus der Gruppe "beschäftigt", dann sei der Schlag gekommen. Nur eine Minute nach dem Notruf seien die ersten Polizisten am Tatort gewesen und versuchten, das Opfer wiederzubeleben - ohne Erfolg.

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