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Rockefeller-Sammlung - Rekord-Versteigerung für gute Zwecke

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Die Kunstsammlung der Rockefellers kommt in New York unter den Hammer. Der Wert wird auf eine Milliarde Dollar geschätzt. Der Erlös soll für wohltätige Zwecke verwendet werden.

Christies, New York: Auktion der Kunstsammlung des David Rockefeller
Viele Bilder aus der Kunstsammlung von David Rockefeller werden bei Christie's in New York versteigert.
Quelle: dpa

Im dritten Stock der Ausstellungsräume am Rockefeller Plaza ist die Farbe ist noch nicht ganz trocken. Kurz vor der "Jahrhundert-Versteigerung" wird im Auktionshaus Christie’s geputzt und gemalert. Ein Handwerker überpinselt Flecken und Kratzer an einem Podest, auf dem eine kunstvoll bemalte Kommode aufgestellt ist. "Marokkanische Pinien-Truhe, 19. Jahrhundert, 1.000-1.500 Dollar" steht auf dem Schild. Angst, dass er versehentlich das kostbare Möbelstück anpinseln könnte, hat der Mann mit der Malerrolle nicht. Zumal die Truhe eines der preiswerteren Stücke der Rockefeller-Sammlung ist.

Zwei Stockwerke tiefer hängt ein Bild von Picasso, "Junges Mädchen mit Blumenkorb", das wertvollste und teuerste Stück aus dem Nachlass von David und Peggy Rockefeller. Schätzwert: 100 Millionen Dollar. Jahrzehntelang hing das Bild in der Bibliothek des Rockefeller-Hauses an der Upper East Side in New York City, neben Gemälden von Matisse, Miró, Monet. 

1.600 Objekte zu bestaunen

"Dies ist die bedeutendste private Kunst-Sammlung, die je verkauft wurde", schwärmt Marc Porter, Chef des Auktionshauses Christie’s in den USA. Auf drei Stockwerken können Neugierige und Käufer 1.600 Bilder, Skulpturen, Möbel, Geschirr und Schmuck besichtigen, bevor sie vom 8. bis 10. Mai unter den Hammer kommen. Den Erlös schätzen Experten auf eine Milliarde Dollar.

"Als David Rockefeller in den 1950er und 60er Jahren anfing Kunst zu sammeln, waren viele Bilder erschwinglich. Heute sind einige Stücke eintausend mal so teuer", sagt Peter Johnson, der Familienhistoriker der Rockefellers. Ein Matisse-Gemälde, das im Wohnzimmer des Landhauses in Westchester hing, wird auf 70 Millionen geschätzt. "David Rockefeller hat oft einfach davor gesessen und das Bild bewundert", sagt Johnson.

Keller voller Porzellan

Die zweite große Leidenschaft der Rockefellers: Porzellan. "Der Keller ihres New Yorker Hauses war ein Keramik-Lager", schwärmt Jody Wilkie, Fachfrau für Porzellan bei Christie’s. Das feine, handbemalte Meißener Geschirr verstaubte allerdings nicht in dekorativen Glasvitrinen. "Die Rockefellers benutzten es täglich." Die 67 Porzellan-Sets - darunter ein ursprünglich für Napoleon Bonaparte angefertigtes Service - sind hunderttausende Dollar wert.

Als David Rockefeller 2017 im Alter von 101 Jahren starb, verfügte er in seinem Testament, dass die komplette Einrichtung seiner vier Häuser verkauft und der Erlös Entwicklungshilfe- und Naturschutzprojekten, Bildung und Kultur zugute kommen soll. Es könnte die größte Wohltätigkeits-Auktion der Geschichte werden.

Rockefeller-Auktion: Porzellan-Services
"Der Keller ihres New Yorker Hauses war ein Keramik-Lager", sagt Jody Wilkie von Christie's über den Porzellan-Schatz der Rockefellers.
Quelle: ZDF / M.Daehne

Erziehung zur Verantwortung

"Die Entscheidung, seine Sammlung nach seinem Tod zu verkaufen, hat David Rockefeller sehr sorgfältig überlegt. Sein Vater hatte ihm schon früh beigebracht, dass er gegenüber der Welt eine Verantwortung hat", erklärt Peter Johnson, der Familienhistoriker. Als Kind musste er zehn Prozent seines Taschengeld für wohltätige Zwecke ausgeben. "Reichtum kann zerstören, aber auch für gute Zwecke eingesetzt werden. Diese Philosophie hat David sein ganzes Leben lang verfolgt."

David Rockefeller und seine Frau Peggy gründeten und unterstützten schon zu Lebzeiten zahlreiche Stiftungen, Museen und Bildungseinrichtungen - unter anderem das von Abby Aldrich Rockefeller gegründete Museum of Modern Art in New York, die Harvard- und Rockefeller Universität und diverse Naturschutzstiftungen. Ganz im Sinne von David Rockefellers Großvater, John D. Rockefeller, des ersten Milliardärs in Amerika: "Besitz bedeutet Verpflichtung."

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