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Raumfahrt "unverzichtbar" für unseren Alltag

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Zukunftsmarkt Weltraumforschung - Raumfahrt "unverzichtbar" für unseren Alltag

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Fern der Erde und doch so nah. Satelliten bestimmen unseren Alltag immer mehr. Die Raumfahrt-Industrie wächst weltweit. Astronaut Thomas Reiter über den Zukunftsmarkt Weltraum.

Auf der Weltraummesse „Space Tech Expo“ in Bremen kommen Experten aus ganz Europa zusammen, um über moderne Raumfahrttechnologien zu sprechen.

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heute.de: Hier auf der "Space Tech Expo" in Bremen treffen sich derzeit europäische Unternehmen aus der Raumfahrtbranche, einer Branche, die boomt. Was ist eigentlich mit "Industrialisierung der Raumfahrt" gemeint?

Thomas Reiter: Man muss feststellen, dass die Raumfahrt insgesamt für die Funktionsfähigkeit unserer modernen Industriegesellschaften unverzichtbar geworden ist. Insofern ergibt sich da ein Riesenmarkt in allen Disziplinen der Raumfahrt: in der Telekommunikation, in der Erdbeobachtung, Satellitennavigation und eben auch in vielen Bereichen der Forschung.

heute.de: Inwiefern profitiert die Industrie auf der Erde von der Industrie, die sich dem Weltall widmet?

Keiner denkt daran, wenn er sein Handy rausnimmt und guckt "Wo bin ich? Wo will ich hin?", dass dafür eine riesige Infrastruktur im Weltraum erforderlich ist.

Reiter: Wenn ich sage, dass wir heute im Alltag auf die Raumfahrt eigentlich gar nicht mehr verzichten können, dann meine ich damit viele Dienste, die eben heute als selbstverständlich angenommen werden. Keiner denkt daran, wenn er sein Handy rausnimmt und guckt "Wo bin ich? Wo will ich hin?", dass dafür eine riesige Infrastruktur im Weltraum erforderlich ist. Wenn wir tagtäglich Meldungen von irgendwo auf der Welt bekommen wollen, dann brauchen wir dafür Telekommunikationssatelliten. Und die Erdbeobachtung liefert uns einen Riesendatenstrom, für die Landwirtschaft, die Vermessung von den Oberflächen, die Verfolgung des Klimas. Allein daraus ergeben sich die enormen Anwendungsmöglichkeiten, auch gerade im Bereich kommerzieller Entwicklungen und Start-ups.

heute.de: Sie sprachen den ganz konkreten Nutzen von Raumfahrttechnologien im Alltag an und wie die Industrie sie bereits nutzt. Aber es gibt auch globale Herausforderungen. Stichwort: Klimaschutz, der schonende Umgang mit unseren Ressourcen. Welche Rolle spielt da die Raumfahrt?

Reiter: Ja, da muss man zunächst mal feststellen, dass wir ohne die Erdbeobachtung nur einen verschwindenden Bruchteil über die dem Klimawandel zugrunde liegenden Mechanismen überhaupt verstanden hätten. Und bei all den Maßnahmen, die wir jetzt treffen möchten, um die Erderwärmung, Klimawandel abzubremsen, ist es wichtig, dann auch zu sehen, ob die Maßnahmen, die wir treffen, wirklich den gewünschten Effekt haben. Das geht eben nur mit der Raumfahrt. Nur dort können wir globale Datensätze mit einer hohen zeitlichen, räumlichen Auflösung erheben. Und nur die ermöglichen zu erkennen, ist das denn wirklich effizient, was wir hier machen?

heute.de: Unternehmensberatungen gehen davon aus, dass sich der globale Raumfahrtmarkt bis 2040 verzehnfachen wird. Ist das aus Ihrer Sicht realistisch?

Reiter: Das halte ich für sehr realistisch. Ich denke, wir müssen in Europa schauen, dass wir da den Anschluss behalten. Wir sind von unserer industriellen Leistungsfähigkeit, von der Forschung wunderbar aufgestellt. Wenn wir aber sehen, welche enorme Entwicklungen in den USA und gerade in Fernost stattfinden, sollten wir wirklich sehen, dass wir ein bisschen Gas geben.

heute.de: Wie kann uns das gelingen?

Reiter: Es mangelt uns nicht an Ideen. Es steht jetzt vor uns die Ministerratskonferenz "Space19+" der ESA. Dort werden natürlich Weichenstellungen getroffen und natürlich hat die Europäische Raumfahrtagentur auch die Aufgabe, gerade solche Entwicklungen, die dann kommerziell umgesetzt werden können, mit zu unterstützen.

Das Interview führte Anne Arend. Sie ist Redakteurin im ZDF-Studio Bremen.

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