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Aus für Montagsspiele - Ein Sieg für die Fans

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Die Proteste der Fans wurden erhört: Die Bundesliga kommt ab 2021 wieder ohne Montagsspiele aus. Ein beachtlicher Erfolg für Fußballliebhaber, kommentiert unser Autor.

Die DFL hat bestätigt, dass sich die Bundesliga-Klubs für eine Abschaffung der Montagsspiele ausgesprochen haben. Ab der Saison 2021/2022 soll darauf verzichtet werden. Zuvor hatte es massive Fan-Proteste gegen die Partien zum Wochenstart gegeben.

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Der Fußball ist nicht mehr das, was er mal war. Und es fällt nicht einmal schwer, Beispiele dafür zu finden. 220 Millionen Euro Ablöse für einen einzigen Spieler. Halbzeitshows mit Helene Fischer. Eine Fußball-WM im Winter, noch dazu in Katar, einem Staat, der sich noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifiziert hat.

Das ist alles absurd. Und die jüngsten "Football Leaks"-Enthüllungen zeigen: Das Ende der Absurdität ist noch lange nicht erreicht. Nicht, solange Funktionäre noch Möglichkeiten sehen, aus Dutzenden Millionen Hunderte zu machen - oder gar Milliarden.

Wen die Funktionäre dabei bislang nie im Blick hatten: die Fans. Die Menschen also, die den Fußball groß gemacht haben. Die Woche für Woche die Stadien füllen, 90 Minuten lang alles für ihr Team geben - und den Fußball damit erst zum Erlebnis machen. Ihre Bedürfnisse und Anliegen wurden jahrelang ignoriert; ihr Kopfschütteln und Unverständnis nur wahr-, aber kaum ernstgenommen.

Mit der Entscheidung der DFL, die ungeliebten Montagsspiele wieder abzuschaffen, ändert sich das erstmals. Die deutschen Fußballvereine erkennen an, dass es gerade - aber nicht nur - für berufstätige Fans eine Zumutung ist, an einem Montag von Bremen nach Augsburg oder von Dortmund nach Leipzig zu reisen. Sie signalisieren: Wir haben euch gehört - und eure Sorgen sind uns wichtig, wichtiger zumindest als eine weitere Zerstückelung des Spieltags. Selbst wenn die bei der Vergabe der TV-Rechte lukrativer wäre und der DFL jährlich einen Millionen-Betrag extra brächte.

Für die Fans ist das ein beachtlicher Erfolg. Auf den Tag genau vier Jahre vor dem Start der WM in Katar erfahren sie: Ihr Protest, gerade wenn er so lautstark und kreativ vorgetragen wird wie in der vergangenen Saison gegen die Montagsspiele, kann etwas verändern. Ihre Interessen, wenn sie konsequent und über Vereinsgrenzen hinweg formuliert werden, können Vereine und Verbände zum Umdenken bewegen.

Außerdem zeigt es - und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis -, dass es auch im Millionen-Geschäft Fußball noch möglich ist, zumindest ein Stück Fußball-Romantik zu bewahren.

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Der Protest der deutschen Fans dürfte mit der Entscheidung der DFL allerdings nicht abebben. Ihre Forderungen gehen weit über die Abschaffung der Montagsspiele hinaus, wie unser Hintergrund zeigt:

Die Proteste der Fans im Überblick:

Plakat im Fußballstadion - Protest gegen Montagsspiele

Streit um Anstoßzeiten - Das Problem der Fans mit dem Montag

Stimmungsboykott in Frankfurt. Leere Blöcke in Dortmund und Bremen. Für die kommenden Montagsspiele trommeln die betroffenen Fanszenen zum Protest. Was ist da los? Eine Annäherung.

von Kevin Schubert
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