Mangelnde Vorbereitung auf Digitalisierung

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Unzufriedenheit bei Azubis - Mangelnde Vorbereitung auf Digitalisierung

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Etwa die Hälfte der Azubis fühlt sich nicht ausreichend vorbereitet auf die Digitalisierung. Der Ausbildungsreport des DGB zeigt dabei vor allem Schwächen bei den Berufsschulen.

Archiv: Eine Auszubildende am 19.12.2018 in Fulda
Eine Auszubildende in Fulda
Quelle: dpa

Die Digitalisierung spielt nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in der deutschen Ausbildungslandschaft noch keine ausreichend große Rolle. Zwar gaben fast 80 Prozent der Auszubildenden an, dass Digitalisierung und Automatisierung in ihrer Ausbildung wichtig sei. Das geht aus dem Ausbildungsreports des DGB hervor. Allerdings fühlten sich nur gut 54 Prozent darauf vorbereitet, entsprechende Anwendungen und Medien auch zu nutzen.

"Berufsschulen und Betriebe müssen gleichermaßen besser werden", erklärte der DGB. Die Mittel aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern müssten auch an den beruflichen Schulen ankommen. Dem Report zufolge bewerteten nur rund 35 Prozent der Auszubildenden die digitale Ausstattung ihrer Berufsschule als "gut" oder "sehr gut", knapp 33 Prozent beurteilten sie mit der Note "ausreichend" oder "mangelhaft".

Digitalisierung macht Ausbildung anspruchsvoller

In einer Ausbildungswerkstatt startet ein Mechaniker seine Ausbildung.
Azubi an einer Maschine
Quelle: dpa

Elektronisches Lernen und digitale Endgeräte spielen nach Ansicht der Gewerkschafter "nur eine geringe Rolle in der Berufsausbildung". Gerade im Handwerk seien es "vor allem die Klein- und Kleinstbetriebe, die die betriebliche Ausbildung tragen", teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks mit, der seine Mitgliedsbetriebe entsprechend berät. Die Digitalisierung mache die Ausbildungsinhalte für diese Betriebe "anspruchsvoller". Gleichzeitig könne Ausbildung aber nur funktionieren, "wenn auch die Azubis ihrerseits zum Gelingen beitragen".

Die meisten Auszubildenden sind mit ihrer Lehrstelle "zufrieden" oder "sehr zufrieden" - doch im Ausbildungsreport, liegt der Anteil der Zufriedenen erstmals unter der Marke von 70 Prozent. Vor zehn Jahren seien es noch 75,5 Prozent gewesen, so der DGB.

Jeder Achte macht unbezahlte Überstunden

Die Auszubildenden dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden.
Manuela Conte, DGB-Bundesjugendsekretärin

Laut Studie muss zudem fast jeder achte Jugendliche unter 18 Jahren verbotenerweise mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten - vor einem Jahr war es nur jeder zehnte. Fast 13 Prozent bekommen demnach für die Überstunden weder eine Vergütung noch einen Freizeitausgleich. Das sei ein "klarer Verstoß gegen das Berufsbildungsgesetz", bemängelte der DGB.

"Die Auszubildenden dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden", mahnte deshalb die DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte. Ausbildungsberufe, in denen überlange Arbeitstage häufig vorkommen, haben oft eine hohe Abbrecherquote. Ein weiteres Problem bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen ist die Tatsache, dass viele jungen Leute nur bedingt zum Ortswechsel bereit sind. In Gegenden wie Mecklenburg gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur Lehrstellen vor allem in der Gastronomie und wenig in anderen Berufen. Dagegen gibt es in Bayern zu wenige Bewerber.

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