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Ausblick auf das neue Jahr - An der Börse regiert das Prinzip Hoffnung

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Nach den heftigen Verlusten, die Anleger im vergangenen Jahr erleiden mussten, erwarten die meisten Profis eine deutliche Erholung im neuen Jahr.

Der Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse am 28.12.2018
Der Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse
Quelle: dpa

Wenn es nach Gertrud Traud geht, gehört die Weltwirtschaft ins Fitness-Studio. Zwar sei der Aufschwung in die Jahre gekommen, doch komme es nicht aufs Alter an, schreibt die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in ihrem Jahresausblick. "Viele Nationen sind zwar sportlich aktiv, konzentrieren aber ihr Training auf kurzfristige Erfolge", so Traud, die allen Ländern eines Fitness-Check empfiehlt. Nach den heftigen Rückschlägen im vergangenen Jahr seien deutsche und europäische Aktien "fair" bewertet. "Der Dax ist fit für 2019", sagt Traud.

Die Helaba traut dem Dax im kommenden Jahr einen Anstieg bis auf 13.200 Punkte zu. Das entspräche einem Anstieg bis knapp unter das im Jahr 2018 erreichte Rekordniveau. Das hatte bei 13.500 Punkten gelegen. Weniger optimistisch zeigen sich die Experten für US-Aktien. "Offenbar weckten Deregulierungsfantasie und 'America First' überzogene Erwartungen", heißt es bei der Helaba.

Unternehmen winken gute Gewinne

Nach der Krise kommt die Erholung. Mit dieser Einschätzung ist die Helaba nicht allein. Die meisten Beobachter rechnen mit wieder steigenden Kursen an den Aktienmärkten. Allerdings sollten die Bäume dabei nicht in den Himmel wachsen. Jens Wilhelm, Vorstandsmitglied der Fondsgesellschaft Union Investment, gibt sich zurückhaltend. Er sieht kaum Platz für steigende Bewertungen. "Kurssteigerungen an den Aktienmärkten müssen gewinnseitig unterfüttert sein", erklärt Wilhelm. Für einzelne Unternehmen seien durchaus kräftige Gewinne drin. "Wir trauen den Unternehmen ein Gewinnwachstum von rund sechs Prozent zu."

Sehr viel optimistischer ist Robert Halver, Anlagestratege der Baader Bank. "Ich erwarte ein gutes Aktienjahr." Als Grund nennt Halver die niedrigen Zinsen. Im Angesicht mit dem Haushaltsstreit mit Italien ist Halver sicher: "Die EZB betreibt Sozialpolitik." In der Tat hat die Europäische Zentralbank bereits angekündigt, frühestens Ende 2019 über steigende Zinsen nachzudenken.

Italien, Brexit und Trump belasten

Vor allem Italien kommen niedrige Zinsen entgegen. Auch Frankreich braucht sie, um die Zugeständnisse an die Gelbwesten zu finanzieren. Der Haushaltsstreit mit Italien dürfte einer der Belastungsfaktoren für Europa sein. Die anderen Risiken, die genannt werden, sind ebenfalls nicht überraschend. Es sind die Handelsstreitigkeiten der USA und der drohende Brexit.

Spätestens im März wird klar sein, welchen Weg Großbritannien aus der EU findest. Im Januar will die britische Premierministerin Theresa May das Parlament über den mit der EU ausgehandelten Vertrag abstimmen lassen. Die deutsche Wirtschaft bereitet sich bereits auf den ungeordneten Brexit vor. Die Hoffnung auf eine Einigung ist nicht sehr groß.

Geheimfavorit USA?

Ebenfalls im März läuft die Auszeit aus, die sich die USA und China in ihrem Zollstreit verordnet haben. Eine neue Eskalation ist ebenso möglich, wie eine überraschende Einigung. US-Präsident Trump ist darauf angewiesen, Erfolge vorzuweisen. Die US-Notenbank hat bereits signalisiert, die Zinsen weniger stark anzuheben, als ursprünglich geplant.

Die Deutsche Bank sieht in ihrem Jahresausblick jedenfalls die USA als Börsen-Favoriten an. Die Steuersenkungen könnten weiter ihre Wirkung entfalten, heißt es. Anders als die Helaba, sieht sie die Entwicklung in Europa eher vorsichtig. Vor allem ein steigender Euro wird als Belastunngsfaktor gesehen.

Das Börsenjahr 2018

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