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Trump bei UN-Generaldebatte - Ausgelacht in New York

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Beim Treffen der Vereinten Nationen prahlt Donald Trump mit seinen angeblichen Erfolgen. Die Reaktionen sind ungewöhnlich - und ziemlich eindeutig.

In einer Rede vor den Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump die Erfolge seiner Regierung herausgestellt und damit Gelächter unter den Delegierten im Saal ausgelöst. Er forderte erneut eine weltweite Isolation der iranischen Regierung.

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Bei seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) ist US-Präsident Donald Trump von den Delegierten ausgelacht worden. Seine Regierung habe in den vergangenen zwei Jahren mehr erreicht als alle Regierungen davor, prahlte Trump am Dienstag in New York. Seine Zuhörer: Hohe Vertreterinnen und Vertreter von 193 Nationen, darunter der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD), sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. "Mit dieser Reaktion habe ich nicht gerechnet, aber das ist ok", konterte Trump die Lacher - bevor er seine Lobeshymne fortsetzte.

Kopfschütteln bei Maas

Trump verteidigte seinen Regierungskurs, der die Interessen und die Souveränität einzelner Länder vor die Interessen von Staatengemeinschaften wie die UN stellt. "Die USA wird euch nicht vorschreiben, wie ihr arbeiten sollt", sagte Trump, "im Gegenzug bitten wir euch darum, unsere Souveränität anzuerkennen". So ganz zurückhalten konnte sich der US-Präsident mit dem Vorschreiben dann aber doch nicht: Mit Blick auf den weltweiten Ölhandel mahnt er, dass Deutschland seinen Kurs ändern müsse, wenn es bei der Energieversorgung nicht komplett abhängig von Russland werden wolle. Außenminister Heiko Maas schien genervt und schüttelte den Kopf.

Was die Zusammenarbeit mit anderen Staaten angeht, bleibt Trump auf seinem Anti-Multilateralismus-Kurs: Er wolle künftig lieber auf "starke Partnerschaften" setzen statt auf transnationale Bündnisse. Viele Anwesende, die sich wie Deutschland für eine enge Zusammenarbeit der Weltgemeinschaft einsetzen, dürften davon nicht begeistert gewesen sein.

Harte Worte gegen Iran

Mit Blick auf die "herzzerreißende Lage" in Syrien rechnete Trump erneut mit dem Iran ab. Die Regierung sei eine korrupte Diktatur. "Die iranische Regierung verursacht Chaos, Tod und Zerstörung im Mittleren Osten", sagte Trump. Der einzige anwesende iranische Vertreter im UN-Versammlungssaal blieb stoisch sitzen.

Der US-Präsident forderte alle Länder auf, Öl-Geschäfte mit dem Iran zu boykottieren. Für den Fall, dass sie sich nicht daran halten, drohte Trump etwa mit Kürzungen finanzieller Hilfen durch die USA. Ab Anfang November werde es neue Sanktionen gegen Iran geben, "und weitere werden folgen".

Rohani: USA betreibt "wirtschaftlichen Terrorismus"

Irans Präsident Hassan Rohani hielt in seiner Rede knapp vier Stunden später dagegen. Man könne nicht den eigenen Frieden und die eigene Sicherheit sichern, indem man den Frieden und die Sicherheit anderer Länder gefährde, sagte Rohani. "Frieden ist nur durch Kooperation möglich." Wenn man sich - wie die USA - gegen Multilateralismus ausspreche, zeuge das von mangelndem Intellekt. Er verurteilte, dass die amerikanische Regierung das Atomabkommen einseitig aufgekündigt hatte. Die Drohung der USA, jedes Land zu sanktionieren, das mit Iran kooperiert, nannte er "wirtschaftlichen Terrorismus".

Trotz solcher harten Worte sprach sich Rohani für Gespräche mit den USA aus: Er bat den Präsidenten darum, sich wieder an die Vereinbarung des UN-Sicherheitsrats zu halten, insbesondere an das Atomabkommen.

Lob für Nordkorea

Für die von Trump präferierten "starken Partnerschaften" werden die Iraner wohl trotz des Gesprächsangebots auf absehbare Zeit nicht infrage kommen. Anders als Saudi Arabien. Mit dem habe man eine gute Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Terrorismus, sagte Trump.

Und auch Nordkorea bekam vom US-Präsidenten ein Lob. Mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hatte sich Trump im Juni getroffen und über Friedenspläne gesprochen. Trotzdem will der US-Präsident auch hier an den bestehenden Sanktionen festhalten - "bis eine atomare Abrüstung stattgefunden hat".

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