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Ausschreitungen beim G20-Gipfel - Maas bittet EU-Staaten um Unterstützung

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Nach den schweren Ausschreitungen beim G20-Gipfel hat Berlin offenbar seine EU-Partner aufgefordert, die Fahndung nach den Tätern zu forcieren. Deutsche Rechtshilfeersuchen sollten vordringlich behandelt werden, zitieren Zeitungen einen Brief von Justizminister Maas. 51 Verdächtige sind derzeit in U-Haft.

„Politik schaut nicht nach vorn. Müsste sich damit auseinandersetzen, welche Probleme wir in fünf oder zehn Jahren haben. Nicht mit welchen, die stattgefunden haben.“ Sebastian Fiedler, zweiter Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter.

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"Viele Fotos und Videoaufnahmen werden jetzt ausgewertet, um die Täter namhaft zu machen. Dabei sind wir auch auf die Unterstützung unserer ausländischen Partner angewiesen", schrieb Justizminister Heiko Maas (SPD) nach Informationen der Funke Mediengruppe an seine europäischen Kollegen.

Maas ersucht die EU-Justizminister dem Bericht zufolge, deutsche Rechtshilfeersuchen im Zusammenhang mit den G20-Krawallen von den nationalen Behörden vordringlich bearbeiten zu lassen. Zugleich bitte er darum, rasch Europäische Haftbefehle zu vollstrecken, die von deutscher Seite ausgestellt würden.

Sonderkommission der Hamburger Polizei

In Hamburg sitzen zurzeit 51 Verdächtige in Untersuchungshaft. Unter ihnen sind neben zahlreichen Deutschen auch Bürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich. Die Hamburger Polizei richtet eine Sonderkommission ein, um weitere Gewalttäter und Strippenzieher zur Rechenschaft zu ziehen.

Bei den Beschuldigten handele es sich überwiegend um junge Männer unter 30 Jahren. Die Hamburger Staatsanwaltschaft habe insgesamt 85 Haftbefehle beantragt. In den Fällen, in denen keine Haft angeordnet worden sei, prüfe die Behörde die Einlegung von Rechtsmitteln, hieß es. Die Polizei nahm am Rande des Gipfels 186 Verdächtige fest und 228 in Gewahrsam, wie ein Pressesprecher mitteilte. Alle fest- und in Gewahrsam genommenen Personen, gegen die kein Haftbefehl erlassen wurde, seien inzwischen wieder freigelassen worden, so ein Polizeisprecher.

Maas: Kooperation verbessern

Maas forderte in seinem Brief an die europäischen Partner eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Kooperation. Die Zusammenarbeit solle so verbessert werde, "dass nicht beim nächsten Gipfeltreffen ein anderer Staat und eine andere Stadt von europäischen Krawalltouristen heimgesucht werden", zitieren die Funke-Zeitungen aus dem Schreiben.

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