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300 Festnahmen - Mai-Krawalle in Paris

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Straßenschlachten, brennende Autos, Wasserwerfer und Tränengas: In Paris hat es am Abend des Maifeiertags schwere Ausschreitungen gegeben.

Demonstration zum 1. Mai - Ausschreitungen in Paris
Demonstration zum 1. Mai - Ausschreitungen in Paris Quelle: reuters

Mehr als tausend vermummte Demonstranten steckten eine McDonald's-Filiale in Brand und zündeten zahlreiche Autos an. Die Polizei nahm fast 300 Demonstranten fest, Präsident Emmanuel Macron kündigte eine Strafverfolgung der Täter mit "absoluter Entschlossenheit" an. Zuvor hatten Zehntausende Menschen friedlich demonstriert. Es handelte sich um die schwersten Ausschreitungen in Paris seit Monaten. Nach Polizeiangaben marschierten rund 1.200 vermummte Demonstranten aus dem links-anarchistischen Lager durch die Straßen der Hauptstadt. Sie skandierten "Steht auf, Paris!" und "Jeder hasst die Polizei!", wie Reporter berichteten. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um sie auseinanderzutreiben. Bei drei der Festgenommenen wurden nach Polizeiangaben illegale Waffen entdeckt.

Macron kündigt Durchgreifen an

Präsident Macron sprach von "Gewaltakten", deren Urheber "identifiziert und zur Rechenschaft gezogen" würden. Der Vorsitzende der oppositionellen Republikaner, Laurent Wauquiez, sprach von einem "Staatsversagen". Die Krawalle gäben "ein schreckliches Bild von unserem Land" ab, kritisierte er. Von den insgesamt 276 Festgenommenen blieben am Dienstagabend zunächst 102 in Gewahrsam, wie die Polizei mitteilte. 31 Geschäfte wurden nach Polizeiangaben beschädigt, zwei davon wurden in Brand gesteckt. Zudem wurden sechs Autos angezündet und zehn weitere beschädigt.

An den friedlichen Mai-Demonstrationen der Gewerkschaften hatten sich zuvor vor dem Hintergrund einer Streikwelle im Öffentlichen Dienst zehntausende Menschen beteiligt - hier blieb es weitgehend friedlich. Landesweit demonstrierten nach Angaben der Gewerkschaft CGT 210.000 Menschen, die Polizei bezifferte die Zahl der Demonstranten auf 143.500. In Paris kamen nach Angaben der Polizei 20.000 Menschen zu dem traditionellen Marsch der Gewerkschaften zum Tag der Arbeit zusammen. Die Gewerkschaft CGT sprach von 55.000 Teilnehmern. Der reguläre Protestzug kam ins Stocken, als aus dem "Schwarzen Block" heraus Ausschreitungen begannen.

Friedliche Proteste in anderen Städten

Vermummte griffen die Polizisten mit Wurfgeschossen an, zertrümmerten Autos und Fensterscheiben und steckten Fahrzeuge in Brand. Frankreichs Innenminister Gérard Collomb verurteilte "mit Nachdruck" die "Gewalt und Sachbeschädigungen" am Rande der Demonstration zum Tag der Arbeit. Die Pariser Polizei hatte zuvor mit Ausschreitungen gerechnet: "Extremistische Gruppen" wollten den Tag zu einem "großen revolutionären Treffen machen", hatte sie erklärt. In anderen französischen Städten blieb es bei den Mai-Demonstrationen ruhig.

In Frankreich ist in den vergangenen Wochen der Zorn vieler Arbeitnehmer über die Reformen von Präsident Macron gewachsen. Seit Anfang April hat es zahlreiche Streiks im Öffentlichen Dienst gegeben, insbesondere bei der Bahn. Macron will die Staatsbahn SNCF wettbewerbsfähiger machen und den beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten abschaffen. An den Mai-Demonstrationen nahmen am Dienstag besonders viele Bahn-Beschäftigte teil.

"Gegen Macron und seine Welt"

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon führte den Protestzug in Marseille an, an dem nach Polizeiangaben 4.200 Menschen teilnahmen. Sie marschierten hinter einem Schriftzug her, auf dem "Gegen Macron und seine Welt" stand. Mélenchon sagte, die soziale Bewegung und die politischen Kräfte seien dabei, sich zusammenzuschließen - nicht aber die Gewerkschaften untereinander.

Macron hielt sich derweil im australischen Sydney auf. Er verteidigte sich dort gegen Kritik, am 1. Mai fernab der Heimat zu sein."Wollen Sie, dass ich zu Hause bleibe und Fernsehen schaue?", fragte er. "Ich habe andere Dinge zu tun, ich arbeite weiter, die Reformen werden jeden Tag fortgesetzt."

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