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Konflikt mir Nachbarn - Gabriel in Katar: Dialog sollte drin sein

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Noch wenige Stunden: Kurz vor Ablauf des Ultimatums gegen Katar ruft Außenminister Gabriel die Golf-Staaten zum Dialog auf. Und er lobt die zurückhaltende Reaktion des Emirats in der Krise mit seinen Nachbarn.

Bundesaußenminister Gabriel ist der erste ranghohe westliche Politiker, der versucht, im isolierten Emirat Katar zu vermitteln. In der Krise um den Golfstaat hofft er auf eine Verhandlungslösung, um den Konflikt zu entschärfen.

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"Es wäre gut, wenn jetzt die Aufforderung zum Dialog, die die internationale Gemeinschaft an alle Beteiligten gerichtet hat, erwidert würde", sagte Außenminister Sigmar Gabriel nach einem Treffen mit dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani in Doha. Der SPD-Politiker stellte Deutschlands Hilfe in Aussicht, falls diese gewünscht werde: "Wir selbst sind nicht Teil irgendeines Vermittlungsauftrages." Wenn aber europäische Unterstützung in internationalen Finanzinstitutionen zur Überwachung der Geldströme an Extremisten benötigt werde, dann werde Deutschland ganz sicher helfen.

Gabriel: Das reicht zum Dialog

Was jetzt auf dem Tisch liege - einschließlich der Antwort Katars auf die 13 Forderungen Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains und Ägyptens - reiche seiner Ansicht nach aus, zumindest einen Dialog zur Klärung der strittigen Fragen einzuleiten, fuhr Gabriel fort. Dazu brauche es den guten Willen aller Beteiligten. Zudem müssten alle Respekt vor der nationalen Souveränität der anderen haben.

Hintergrund: Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten vor vier Wochen eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie werfen dem kleinen, aber reichen Emirat unter anderem vor, Terrorgruppen zu finanzieren. In einem Forderungskatalog verlangen sie von Katar, seinen TV-Kanal Al-Dschasira zu schließen und die Beziehungen zum schiitischen Iran zurückzufahren. Auch die türkischen Soldaten sollen das Land verlassen. Ein Ultimatum der vier Staaten an Katar läuft in der Nacht zum Mittwoch aus.

Lob fürs Emirat

Die zurückhaltende Reaktion Katars auf die Blockade durch die Nachbarstaaten nannte Gabriel "wirklich überzeugend". "Katar hat nicht mit Gegenmaßnahmen begonnen, hat sich nicht überlegt, wie kann ich die anderen Staaten ähnlich attackieren, ökonomisch oder politisch, sondern hat eigentlich von der ersten Minute an versucht, zum Dialog aufzufordern." Das sei eine Reaktion, die "nicht prinzipiell selbstverständlich ist". Katar habe versucht "nicht weitere Emotionen zu provozieren".

Gabriel hofft nun darauf, dass durch das Verhalten Katars eine Deeskalation in Gang kommt. "Unsere Hoffnung ist, dass in der Reaktion darauf genauso angemessen reagiert wird", sagte der Minister. Er setze darauf, dass sich daraus ein Dialog entwickelt. "Das bedeutet nicht, dass man schnell eine Lösung hat." Aber es wäre ein konstruktives Vorgehen. "Das ist der Rat: Den Verhandlungstisch zu nutzen und nicht irgendetwas anderes."

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