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Maas will atomwaffenfreie Welt - "irgendwann"

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G20-Außenminister in Japan - Maas will atomwaffenfreie Welt - "irgendwann"

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Beim G20-Treffen der Außenminister in Japan zeigt sich für Maas eindrücklich, was Nuklearwaffen anrichten können. Deswegen will er sie abschaffen - "irgendwann".

Japan - Außenminister Maas in Hiroshima
Japan - Außenminister Maas in Hiroshima
Quelle: dpa

Sadae Kasaoka war dreizehn, als die Atombombe auf Hiroshima fiel. Wie durch ein Wunder hat sie überlebt, ihre Mutter und ihr Vater nicht. Es hat lange gedauert, bis sie sprechen konnte über die unvorstellbaren Gräuel, die sie erleben musste. Aber vor einigen Jahren hat sie sich dazu entschlossen, ihre Geschichte weiterzugeben, als Warnung.

Und so sitzt sie nun dem deutschen Außenminister gegenüber und schildert unter Tränen ihre Geschichte, ihr Leid und das der vielen Menschen in Hiroshima. 1945, am 6. August, warfen die USA die Atombombe ab, mehr als 140.000 Menschen starben sofort oder durch die Folgen der Verstrahlung. Hiroshima lag in Schutt und Asche. Mit etwa 3.000 bis 4.000 Grad Celsius tobte das Feuer durch die Straßen.

Maas verteidigt deutsche Haltung zum Atomwaffen-Verbot

Es sind grausame Bilder, Fotos von Opfern, die der Außenminister anschliessend im Friedensmuseum von Hiroshima zu sehen bekommt. Nicht erst jetzt, aber vielleicht jetzt erst recht fordert er nukleare Abrüstung. "Es muss unser Ziel bleiben, irgendwann in einer atomwaffenfreien Welt zu leben, auch wenn das nicht einfach wird oder noch sehr lange dauern wird", sagt er vor symbolträchtiger Kulisse, vor dem Stahlgerüst des abgebrannen Doms.

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Viele Worte, doch die Fakten sind andere. Nuklear wird derzeit weltweit wieder aufgerüstet, den 2017 von zwei Dritteln der UN-Mitglieder beschlossenen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen will Deutschland nicht beitreten. Maas verteidigt die deutsche Haltung. Bedauerlicherweise seien die Staaten, die im Besitz von Atomwaffen sind, dem Vertrag nicht beigetreten. Es sei sinnvoller, mit diesen Staaten über direkte Abrüstungsschritte zu sprechen. Auch Japan ist diesem Vertrag übrigens nicht beigetreten.

Wichtige Akteure fehlen beim G20-Außenministertreffen

Zudem sprach sich Maas gegen einen einseitigen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland aus. Es nütze nichts, wenn sie von einem ins andere Land verschoben würden. Für höchst unglaubwürdig hält Linken-Chefin Kipping diese Argumentation, jede Äußerung im fernen Japan wird genauestens beobachtet in Berlin.

So oder so, nukleare Abrüstung ist eines der Themen des G20-Außenministertreffens in Nagoya. Ebenso wie wieder mal freier Welthandel, Afrika, UN-Nachhaltigkeitsziele. Es wird wie so oft viel geredet, im Plenum und am Rande, in großer Runde und bilateral. Mal geplant, mal spontan. Aber diesmal fehlen die eigentlich wichtigen Gesprächspartner, die Außenminister der USA, Frankreichs oder Großbritanniens sind gar nicht erst angereist. Und Treffen mit dem russischen oder chinesischen Außenminister sind nicht geplant.

Deutsch-türkisches Verhältnis bleibt angespannt

Bleibt noch das von Maas angekündigte Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Cavusoglu. Mal wieder gibt es Ärger mit der Türkei, ein weiterer Tiefpunkt in den deutsch-türkischen Beziehungen, nachdem bekannt wurde, dass der türkische Anwalt der deutschen Botschaft in Ankara verhaftet wurde. Am Rande des Familienfotos, am Rande des Abendessens habe er seinem türkischen Amtskollegen deutlich gemacht, dass Deutschland keinerlei Verständnis habe für die Verhaftung des Anwalts, so Maas.

Auf Verständnis stieß er dabei nicht, die türkische Justiz werde den Fall prüfen, so die Antwort. Es bleibt wohl bei dem seit einiger Zeit schwierigen deutsch-türkischen Verhältnis. 

Reise nach Japan ergebnislos

Die Reise ans andere Ende der Welt, sie hat wenig Konkretes gebracht, kaum Ergebnisse. Es ist wie so oft in der Diplomatie: es gilt schon als Erfolg, dass man mal miteinander geredet hat.

Insgesamt wird es hier in Nagoya keine Abschlusserklärung, kein Ergebnis geben, keine wirklich wichtigen Gespräche. Viel Aufwand also, eine lange Reise am Ende für einige bilaterale Gespräche mit den kanadischen, australischen, argentinischen Amtskollegen über das Thema Multilateralismus. Gut, dass man darüber mal geredet hat und sich einige wenige Länder zumindest in diesem Punkte einig sind.

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