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Verhandlungen beginnen am Montag - Gabriel: Weicher Brexit möglich - unter Bedingungen

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Bleibt Großbritannien im EU-Binnenmarkt? Außenminister Sigmar Gabriel hält das für möglich - knüpft einen weichen Brexit aber an Bedingungen. "Das heißt dann natürlich auch Arbeitnehmerfreizügigkeit", betonte Gabriel. 

Premierministerin May hat alle Hände voll zu tun. Noch steht die Einigung mit der nordirischen DUP aus, da verhandeln Mitglieder der eigenen konservativen Fraktion mit der Labour-Opposition über einen sanften Brexit. Eine Regierungschefin unter Druck.

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Außerdem müsse London den Europäischen Gerichtshof akzeptieren - "oder zumindest ein gemeinsames Gericht, das aus Europäern und Briten besetzt ist und den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs im Prinzip folgt", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". "Vielleicht gibt es jetzt eine Chance, einen sogenannten weichen Brexit hinzubekommen."

Gabriel: Konservative haben sich verzockt

Darüber hinaus warf Gabriel den Konservativen in Großbritannien vor, sie hätten sich regelrecht verzockt. Sie hätten erst mit den Emotionen der Bürger gespielt, "Fake News" über Europa erzählt und die Menschen im Unklaren darüber gelassen, welche Konsequenzen ein Brexit habe.

"Dann haben sie mit den vorgezogenen Neuwahlen gezockt, weil sie dachten, sich durch taktische Tricks eine größere Mehrheit verschaffen zu können", sagte Gabriel. Nun habe man eine "schwierige, ja unmögliche Situation, ohne klare Mehrheiten und klare Verhandlungsstrategie". Wer in Deutschland ein solches Chaos angerichtet hätte, wäre längst gegangen. Dennoch werde Berlin fair verhandeln, versicherte der Außenminister.

Verhofstadt: Briten können Meinung ändern

Der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments, Guy Verhofstadt, zeigte sich derweil offen für einen Verbleib der Briten in der Europäischen Union. "Den Briten steht der Weg offen, ihre Meinung zu ändern und wieder Teil der Europäischen Union zu sein", sagte der Belgier der "Welt am Sonntag". Für die Briten gäbe es dann allerdings keine Sonderwünsche oder Rabatte mehr.

Britische Überlegungen zum Schutz der Rechte von EU-Bürgern wies Verhofstadt indes ab. "Es ist gut, dass sich die britische Regierung Gedanken über die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien macht", sagte der Brexit-Beauftragte. "Befremdlich ist aber, dass der britische Verhandlungsführer David Davis diese Rechte nur denen gewähren möchte, die vor dem 29. März eingereist sind." Solange die Briten Mitglied seien, ändere sich nichts an den Rechten der EU-Bürger in Großbritannien, so Verhofstadt.

Brexit-Gespräche beginnen

Am Montag beginnen die Brexit-Gespräche zwischen der britischen Regierung und der EU. Das Europäische Parlament muss am Ende jeder Vereinbarung zustimmen. Der Schutz der Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der britischen Bürger in der EU soll möglichst zu Beginn der zweijährigen Verhandlungen geklärt werden. Ein Stichdatum ist aber umstritten, weil Großbritannien nach jetzigem Stand frühestens 2019 aus der EU ausscheiden wird.

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