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Konferenz in Bonn - Blamage für Trump: Gouverneure für Klimapakt

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"We are still in" - sagen die Gouverneure von gleich 20 US-Bundesstaaten bei der UN-Klimakonferenz in Bonn. Sie sind die Gegenbewegung zur offiziellen Delegation des Weißen Hauses.

Auf der Weltklimakonferenz in Bonn steht an diesem Wochenende die amerikanische Umwelt-Politik im Fokus. Als einziges UN-Land stellen sich die USA gegen das Klimaabkommen.

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Es war der 1. Juni 2017: US-Präsident Donald Trump kündigt der Weltöffentlichkeit an, aus dem Paris-Klimaschutzabkommen auszusteigen. Das hat im eigenen Land eine heftige Gegenreaktion ausgelöst.

An der Spitze der Gegenbewegung: Kaliforniens Gouverneur Jeff Brown. Der Sonnenstaat an der Pazifikküste gilt ja schon seit langem als Musterbeispiel in Sachen Umweltschutz - nun ist er also auch US-amerikanischer Vorkämpfer zum Erreichen der selbstgesetzten Klimaschutzziele: nämlich die Reduktion der Treibhausgase um 26 bis 28 Prozent bis 2025 auf Basis des Jahres 2005. Brown hat potente Mitstreiter: Gouverneure und Senatoren, 1.300 große amerikanische Unternehmen sowie 110 Städte und Kommunen. Nimmt man all diese Partner wirtschaftlich zusammen, ergibt sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Studie: Hälfte der US-Wirtschaft steht hinter Klimazielen

Das renommierte Rocky Mountain Institute liefert in einer Studie "Americans Pledge" (Amerikas Versprechen) die wissenschaftliche Analyse. Danach steht hinter den ungewöhnlichen Klimaaktivisten mehr als die Hälfte der US-amerikanischen Wirtschaftskraft. Der Wille, effektiven Klimaschutz zu betreiben, ist ungebrochen und bezieht sich auf alle relevante Sektoren: Umbau der Stromversorgung auf regenerative Quellen, Elektromobilität und Spritsparende Verbrennungsmotoren, Energieeffiziente Gebäude und der zielgerichtete Einsatz von kohlenstoffarmen Technologien wo immer es geht.

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General Motors und Ford starten eine Elektromobil-Initiative. Quelle: dpa

Die Studie liefert etliche Beispiele: General Motors und Ford starten eine Elektromobil-Initiative, Anfang 2020 werden viele neue Modelle verfügbar sein. 200 große Unternehmen, die für rund 13 Prozent des kommerziell genutzten Gebäudevolumens stehen, reduzieren die für ihre Gebäude notwendige Energie um 20 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre. In West Virginia will der Stahlhersteller Steel Dynamics keinen Strom aus Kohlekraftwerken mehr beziehen. Das Unternehmen fordert den größten örtlichen Stromversorger auf, Elektrizität aus erneuerbaren Energien anzubieten. Folge: Es wird dort kein weiteres Kohlekraftwerk mehr gebaut. Die Liste ist noch beträchtlich länger und umfasst zum Beispiel auch Klimaschutzaktivitäten von den Warenhausgiganten Walmart und Target sowie Wiederaufforstungsprojekte etwa im Stadtwald von Milwaukee.

"We are still in" - sagen die Gouverneure von 20 US-Bundesstaaten bei der UN-Klimakonferenz in Bonn. ZDF-Reporter Volker Angres mit einer Einschätzung zur US-Klimapolitik.

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Veritable Bewegung

Es ist das erste Mal, dass auf einer Weltklimakonferenz zwei amerikanische Delegationen auftreten. Die offizielle, entsandt vom Präsidenten, nimmt an den Verhandlungen teil, kann mit diskutieren und auch abstimmen. Denn bis jetzt hat Trump den Ausstieg aus dem Abkommen nur angekündigt, aber noch kein Kündigungsschreiben geschickt. Frühstens würde die Kündigung aufgrund der Regularien ohnehin erst am 3. November 2020 wirksam. Schicksalhafterweise exakt einen Tag nach der nächsten Präsidentenwahl. Al Gore, der von 1993 bis 2001 Vizepräsident war und der die Klimainitiative unterstützt, empfiehlt, einfach dieses Datum abzuwarten - und hofft mehr oder weniger deutlich auf die Einsicht der Wählerinnen und Wähler.

Al Gore auf der Klimakonferenz in Bonn
Al Gore auf der Klimakonferenz in Bonn Quelle: epa

So hat sich also, nahezu unbemerkt zumindest von der deutschen Öffentlichkeit, in den USA eine veritable Klimaschutzbewegung herausgebildet. Eine, die den Aktivitäten von Greenpeace und Co. durchaus Konkurrenz macht. Denn kaum ein Beobachter hätte es nach der Trump-Ankündigung für möglich gehalten, dass sich unterhalb der vom Weißen Haus gesteuerten Politik etliche Bundesstaaten klimapolitisch selbständig machen. Das wäre in etwas so, als wenn bei uns die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg verbindlich den Ausstieg aus der Kohle verkünden würden.

Obama hat den Boden geebnet

Natürlich ist die Initiative der Klimaaktivsten nicht vom Himmel gefallen. Die Obama-Administration hat dafür den Boden geebnet, jahrelang wurde in vielen Projekten einfach Klimaschutz gemacht und nicht groß darüber geredet. Das hat sich in diesem Sommer geändert. Nur drei Tage nach der Trumpschen Ausstiegsankündigung gingen die Klimaschützer in die Offensive. Unterstützt unter anderem auch von New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg, der als Multimilliardär einen großen Teil der finanziellen Mittel auch für den Auftritt in Bonn beisteuert.

Bisher allerdings hat die heutige Präsentation das Verhalten der "echten" amerikanischen Delegation nicht beeinflusst: Im US-Pavillion gab es eine Veranstaltung zum Thema, wie die Nutzung von Kohle zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.

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