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Parlamentswahl - Australiens Premier Morrison verteidigt Amt

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Premierminister Scott Morrison hat die Parlamentswahl allen Umfragen zum Trotz für sich entschieden. Sein Gegner, der Oppositionsführer Bill Shorten, gestand seine Niederlage ein.

Unterstützer betrachten auf einer Wahlparty der Australian Labor Party die ersten Prognosen
Unterstützer betrachten auf einer Wahlparty der Australian Labor Party die ersten Prognosen.
Quelle: dpa

Australiens konservativer Premierminister Scott Morrison kann sein Amt wahrscheinlich behalten. Allen Umfragen zum Trotz gewann sein Mitte-Rechts-Bündnis die Parlamentswahl vor der sozialdemokratischen Labor-Opposition.

Nach Berechnungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ABC können Morrisons Liberale Partei und die Nationale Partei weiter regieren. Die von der konservativen Liberal Party angeführte Koalition bekommt offenbar mindestens 73 Sitze im Abgeordnetenhaus, das 151 Sitze hat.

Die oppositionelle Labor Party bekommt hingegen voraussichtlich mindestens 65 Sitze. Die Koalition wird möglicherweise eine Minderheitsregierung bilden. Oppositionsführer Bill Shorten gestand seine Niederlage ein und gratulierte Morrison zu dessen Erfolg.

Jubel auf der Wahlparty der Liberalen am 18. Mai 2019
Jubel auf der Wahlparty der Liberalen am 18. Mai 2019. Die Partei ist Teil des Mitte-Rechts Bündnisses.
Quelle: Reuters

Ergebnis überraschend

Umfragen hatten auf eine Niederlage der Regierungskoalition hingedeutet. In diesem Fall hätte Premierminister Scott Morrison, der erst im August 2018 nach dem parteiinternen Sturz seines Vorgängers Malcolm Turnbull an die Macht kam, als Regierungschef eine der kürzesten Amtszeiten in der jüngeren Geschichte Australiens.

Premierminister Scott Morrison (m.) winkt bei einer Veranstaltung in Sydney nach den Parlamentswahlen
Premierminister Scott Morrison (m.) in Sydney nach den Parlamentswahlen
Quelle: dpa

Morrison ist der dritte Premierminister der Konservativen seit deren Machtübernahme im Jahr 2013. Sein Rivale Bill Shorten von der Labor Party setzte im Wahlkampf unter anderem auf die Klimapolitik. So will er die Treibhausgasemissionen in Down Under im Falle eines Wahlsiegs massiv reduzieren. "Die Welt wird wissen, dass im Falle der Wahl von Labor Australien zurück im Kampf gegen den Klimawandel ist", sagte Shorten.

Taucher am Great Barrier Reef (Archivbild)
Great Barrier Reef: Bill Shorten von der Labor Party hatte gehofft, im Wahlkampf mit Klimapolitik punkten zu können. (Symbolbild)
Quelle: Reuters

Australien ist der weltgrößte Exporteur von Kohle und Flüssigerdgas. Das Land hat auch einen der größten CO2-Emissionswerte pro Kopf, weil es sich stark auf Kohleenergie stützt. Weil Australien nach der Antarktis der zweittrockenste Kontinent ist, ist es anfällig für die Folgen des Klimawandels, wie Buschbrände und schwere Stürme. Die Regierung hat zugesagt, dass Australien bis 2030 seine Emissionen um 26 bis 28 Prozent unter den Werten von 2005 reduziert. Labor hat versprochen, dass im gleichen Zeitraum die Menge um 45 Prozent gesenkt werde.

Shorten versprach mehrere Reformen

Der Labor-Abgeordnete Chris Bowen sagte, seine Partei habe möglicherweise schlechter abgeschnitten wegen einer ungewöhnlichen Strategie, eine detaillierte politische Agenda im Wahlkampf zu fördern. "Dies ist sehr eng....Es gibt Sitze, die wir nicht gewonnen haben wie ich gehofft hatte", sagte Bowen. Morrison machte am Samstag Wahlkampf auf der Insel Tasmanien. Dann flog er 900 Kilometer nach Hause nach Sydney, um seine Stimme abzugeben.

Der 52-jährige frühere Gewerkschaftsführer Shorten hat mehrere Reformen versprochen, darunter dass die Regierung sämtliche Kosten von Patienten für eine Krebsbehandlung übernimmt. Der 51-jährige frühere Tourismusvermarkter Morrison verspricht niedrigere Steuern und eine bessere wirtschaftliche Verwaltung als Labor.Der frühere Premierminister Tony Abbott räumte am Samstag seine Niederlage für den Sitz von Sydney ein, den er seit 1994 hat. Aus Befragungen geht hervor, dass der Klimawandel ein wichtiges Thema bei der Wahl um seinen Sitz war. Abbott sagte, "die gute Nachricht ist, dass die Chancen gut stehen, dass die Liberal-National-Koalition diese Wahl gewonnen hat".

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