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Kardinal Pell nach Verurteilung verhaftet

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Wegen Kindesmissbrauchs - Kardinal Pell nach Verurteilung verhaftet

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Er ist verurteilt wegen Kindesmissbrauchs und kommt jetzt in Haft: Der australische Kurienkardinal Pell. Dem ehemaligen Finanzchef des Vatikans drohen bis zu 50 Jahre Gefängnis.

George Pell, aufgenommen am 26.02.2019 in Melbourne
Pell habe keine Reue gezeigt, sagt Staatsanwalt Gibson.
Quelle: dpa

Der australische Kurienkardinal und frühere Papstvertraute George Pell ist nach seiner Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs verhaftet worden. Ein Gericht im australischen Melbourne ordnete am Mittwoch eine Überstellung des 77-Jährigen in eine Untersuchungshaftanstalt an. Zuvor hatten seine Anwälte einen Antrag zurückgezogen, dass der Geistliche gegen Kaution auf freiem Fuß bleiben darf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen dem früheren Vatikan-Finanzchef bis zu 50 Jahre Haft. Das Strafmaß soll am 13. März verkündet werden.

Pell war im Dezember schuldig gesprochen worden, sich Mitte der 90er Jahre in der Kathedrale von Melbourne an zwei Chorknaben vergangen zu haben. Der frühere Bischof von Melbourne soll sich in der Sakristei der Kathedrale vor zwei Jungen entblößt, einen von ihnen zum Oralsex gezwungen und die Jungen unsittlich berührt haben.

Pell ist der bisher ranghöchster Vertreter der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen wurde. Der Schuldspruch wurde wegen eines anderen laufenden Verfahrens monatelang unter Verschluss gehalten und erst am Dienstag bekannt. Der Kardinal hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte haben Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt.

Staatsanwalt: Keine Reue gezeigt

Er hat nicht die Verantwortung für seine Taten übernommen.
Mark Gibson, Staatsanwalt

Bei einem Gerichtstermin am Mittwoch warf Staatsanwalt Mark Gibson dem Kardinal vor, keine Reue gezeigt zu haben. "Er hat nicht die Verantwortung für seine Taten übernommen." Der Vorsitzende Richter Peter Kidd warf Pell eine "herzlose, schamlose Straftat" vor. Der Kardinal habe Vertrauen missbraucht und zwei "verwundbare" Jungen ausgenutzt, die der Kirche anvertraut worden waren. Nach Ende der Anhörung wurde Pell aus dem Gerichtssaal geführt.

Der Schuldspruch gegen Pell ist ein neuer harter Schlag für die von zahlreichen Missbrauchsskandalen erschütterte katholische Kirche. Der Kardinal war lange Zeit einer der einflussreichsten katholischen Geistlichen. 2003 wurde er in das Kardinalskollegium berufen, das unter anderem den Papst wählt. 2014 machte Papst Franziskus ihn zum Finanzchef des Vatikans und damit zur informellen Nummer drei des Kirchenstaates.

Vatikansprecher Alessandro Gisotti erklärte am Dienstagabend, Pell sei nicht länger Finanzchef. Die Amtszeit des "Präfekten des Wirtschaftssekretariats des Vatikans" beträgt üblicherweise fünf Jahre - Pells Mandat wäre folglich in diesem Jahr ausgelaufen. Der Kardinal war wegen der Missbrauchsvorwürfe bereits seit geraumer Zeit von dem Posten beurlaubt.

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