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Mutmaßliche IS-Kämpferinnen - Auswärtiges Amt: Zwei deutsche Frauen im Irak in Haft

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Das Auswärtige Amt hat die Inhaftierung von zwei deutschen Frauen im Irak bestätigt. Unter ihnen ist auch die 16-jährige Schülerin Linda aus Sachsen, über die in den vergangenen Tagen berichtet worden war. Sie hatte sich nach eigenen Angaben der Terrormiliz IS angeschlossen.

Deutsche Behörden gehen Berichten nach, wonach in Mossul fünf deutsche IS-Anhängerinnen festgenommen wurden. Unter ihnen soll ein 16-jähriges Mädchen aus Pulsnitz bei Dresden sein. Sie verschwand im Sommer 2016, nachdem sie zum Islam konvertiert war.

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Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte am Montag in Berlin, die zwei Frauen deutscher Staatsangehörigkeit seien am 20. Juli von Angehörigen der Botschaft in Bagdad besucht worden. Zwei weitere inhaftierte Frauen, möglicherweise ebenfalls Deutsche, sollten noch im Laufe des Montags besucht und ihre Staatsangehörigkeit geklärt werden.

Irakische Sicherheitskräfte hatten angegeben, bei einem Einsatz in Mossul 20 ausländische Dschihadistinnen festgenommen zu haben. Nach "Spiegel"-Informationen sitzen in Bagdad vier deutsche Frauen in Haft, die sich in den vergangenen Jahren dem IS angeschlossen haben sollen. Sie seien in den Tagen nach der Befreiung Mossuls gefangen genommen worden. Zur Frage einer möglichen Auslieferung der Inhaftierten nach Deutschland sagte die Sprecherin des Justizministeriums, mit den irakischen Behörden werde "über Möglichkeiten der Zusammenarbeit" gesprochen. Ein Auslieferungsabkommen mit dem Irak gebe es aber nicht.

Ermittlungen gegen Linda W. waren vorerst eingestellt

Linda W. soll über Internet-Chats mit IS-Anhängern in Kontakt gestanden haben. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die Konvertitin wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt, die Ermittlungen wegen Abwesenheit des Mädchens aber eingestellt. Sollte sie wieder auftauchen, würden sie aber wieder aufgenommen, hieß es.

Nach irakischen Angaben handelt es sich bei den festgenommenen Frauen um Kämpferinnen, die andere ausgebildet und für die IS-Polizei gearbeitet hätten. Sie seien über die syrische Stadt Al-Rakka nach Mossul gekommen. Sie hatten den Angaben zufolge Waffen und Sprengstoffgürtel in ihrem Besitz, mit denen sie die irakischen Truppen angreifen wollten. Zuletzt hatten sich mehrfach IS-Selbstmordattentäterinnen in die Luft gesprengt.

Armee verkündete Rückeroberung Mossuls

Vor etwa zwei Wochen hatte die irakische Regierung nach monatelanger Großoffensive den vollständigen Sieg über die IS-Miliz im nordirakischen Mossul verkündet. Die Dschihadisten hatten die Stadt 2014 überrannt und in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein "Kalifat" ausgerufen.

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