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Frankreich - Autoattacke bei Paris: Verdächtiger festgenommen

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Nach der Autoattacke auf Soldaten bei Paris ist ein Verdächtiger festgenommen worden, der mit dem gesuchten Fahrzeug unterwegs war. Der Festgenommene sowie ein Polizist seien bei der Aktion durch Schüsse verletzt worden, berichtet ZDF-Korrespondent Theo Koll.

In Paris ist ein Mann mit einem Auto in eine Militär-Patrouille gerast, sechs Soldaten wurden verletzt. Nach einer wilden Verfolgungsjagd stoppt die Polizei seinen Wagen, der Fahrer wurde angeschossen und festgenommen.

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Dass es sich um das gesuchte Fahrzeug handelt, sei durch die Behörden bestätigt, so Theo Koll. Nicht bestätigt sei, dass der Festgenommene die Autoattacke auf die Soldatengruppe im Pariser Vorort Levallois-Perret verübt habe.

Verdächtiger bei Festnahme verletzt

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen gemieteten schwarzen BMW, der auf der A16 in Richtung Calais unterwegs war, als die Polizei ihn stoppte. Der Verdächtige sei bei der Festnahme durch Schüsse verletzt worden, auch ein Polizist habe Verletzungen erlitten, berichtete Koll.

Zuvor hatten Terror-Ermittler der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Am Morgen war ein Unbekannter in Levallois-Perret in eine Soldatengruppe gerast. Dabei wurden laut Behörden sechs Militärangehörige verletzt, drei von ihnen schwer.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly sprach von einer "feigen Tat". Der Angriff werde nicht die "Entschlossenheit der Soldaten" mindern, sich für die Sicherheit der Franzosen einzusetzen, erklärte die Ministerin. Parly sprach den verletzten Soldaten ihren Beistand aus.

Bürgermeister: "Abscheuliche Aggression"

Zuvor hatte der Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, gesagt, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass die Tat absichtlich begangen worden sei. Das Auto habe sich zuvor auf der Straße positioniert, sagte er dem Sender BFMTV. Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihrem Fahrzeug gehen, und sei dann auf sie zugerast. "Das ist eine abscheuliche Aggression."

Die Soldaten gehörten der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" (Wache oder Wachposten) an. Bei dem Inlandseinsatz patrouillieren Soldaten unter anderem vor Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfen und Touristenattraktionen wie Museen oder dem Pariser Eiffelturm, um Anschläge zu verhindern. "Sentinelle" wurde nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris ins Leben gerufen.

Soldaten schon mehrfach Ziel von Anschlägen

Französische Sicherheitskräfte waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen, im April wurde ein Polizist auf den Pariser Champs-Élysées erschossen. Zuletzt rammte im Juni ein Attentäter ein Polizeifahrzeug auf den Champs-Elysees. Dabei wurde niemand verletzt.

Am Wochenende war ein Mann mit einem Messer am Eiffelturm festgenommen worden, der in einer Vernehmung sagte, er habe einen Anschlag auf einen Soldaten geplant. Er wurde inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

In Frankreich sind seit Anfang 2015 bei islamistischen Attacken 239 Menschen getötet worden. Seit den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten herrscht in dem Land der Ausnahmezustand.

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