Sie sind hier:

"Autogipfel" im Kanzleramt - Bund und Branche erhöhen Kaufprämie für E-Autos

Datum:

Mehr Geld. Vom Staat - und von den Automobilherstellern. So soll den Kunden der Kauf eines E-Autos schmackhaft gemacht werden.

E-Autos: Volkswagen startet Pilotprojekt in Ruanda. Archivbild
E-Autos: Bald höher bezuschusst
Quelle: Monika Skolimowska/zb/dpa

Bundesregierung und Autoindustrie haben sich bei einem Spitzentreffen auf eine milliardenschwere höhere Kaufprämie für Elektroautos verständigt. Beide Seiten übernehmen wie bisher jeweils zur Hälfte die Kosten, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) dem ZDF bestätigte.

Die Kaufprämie soll bis Ende 2025 verlängert werden, wie aus einer Vorlage für das Spitzentreffen hervorging, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die vor mehr als drei Jahren eingeführte Prämie ist bisher bis Ende 2020 befristet. Die Verlängerung soll Unternehmen und Verbrauchern langfristig Planungssicherheit geben.

Kaufprämien bis zu 6.000 Euro

Vorgesehen ist auch, die Prämie deutlich anzuheben. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro soll der Zuschuss von bisher 4.000 Euro auf 6.000 Euro steigen. Für sogenannte Plug-In-Hybride soll es laut Vorlage künftig in dieser Preisklasse statt 3.000 dann 4.500 Euro geben.

Für Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro soll der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro. Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreises von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung soll künftig entfallen.

Der Präsident des Autoverbandes VDA, Bernhard Mattes, sprach von einem "guten Paket", das geschnürt worden sei und von einem weiteren Schritt nach vorne zur "Mobilität der Zukunft". Die E-Mobilität sei nun marktreif. Es gehe beim Wandel der Autobranche hin zu alternativen Antrieben auch darum, Beschäftigung zu sichern, etwa über Qualifizierungen.

600 Millionen Euro pro Seite

Vor dem Treffen war zunächst unklar, ob die Industrie die Kosten weiter anteilig übernimmt. Der deutsche Marktführer Volkswagen signalisierte dann aber Bereitschaft, die höhere Kaufprämie für Elektroautos weiter zur Hälfte mitzufinanzieren, wie die dpa aus Teilnehmerkreisen des "Autogipfels" erfuhr. Zur bestehenden Kaufprämie hatten Bund und Industrie jeweils 600 Millionen Euro beigetragen.

An dem Spitzentreffen nahmen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrere Bundesminister und Ministerpräsidenten teil, dazu die Chefs des Autoverbandes VDA sowie von Autoherstellern, Zulieferern und Gewerkschaften.

Mit den höheren Kaufprämien soll der Verkauf von E-Fahrzeugen angekurbelt werden. Zwar steigen die Neuzulassungen, aber auf einem immer noch niedrigen Niveau. Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche E-Autos auf den Markt bringen, auch im Massenmarkt.

Weil: 50.000 neue Ladestationen für E-Autos bis 2022

Auf dem "Autogipfel" ging es neben der Kaufprämie auch darum, den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Ladestationen für E-Autos zu beschleunigen. Dies gilt als zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.

Bis 2022 sollen in Deutschland 50.000 neue Ladestationen für E-Autos entstehen. Das sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montagabend nach den Gesprächen. "Das ist gut, das ist ein Schritt vorwärts", sagte Weil, der im VW-Aufsichtsrat sitzt. Er verhehle aber nicht, dass man die Ziele höher hätte setzen können. Die Automobilindustrie stehe vor "ganz entscheidenden Jahren", sagte Weil. Es müsse gelingen, einen Technologiewechsel so hinzubekommen, dass vor allem auch die Kunden mitmachten.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.