Sie sind hier:

Start des Genfer Autosalons - Boliden und Protzkarren: Kurz mal träumen

Datum:

Detroit, Frankfurt, Paris oder jetzt Genf: Ein bisschen Autoshow alle paar Monate muss einfach sein. Aber brauchen wir Autos mit 1.000 PS, die nicht mal zum Einkaufen taugen?

Bildergalerie: Neulinge zum Träumen

Vielleicht sind es die Gene, die dafür sorgen, dass (meist) Jungs schon glücklich sind, wenn sie aus dem Autoquartett die Karte in der Hand halten, auf dem der Renner mit den meisten PS ist. Das war schon damals so, als wir auf dem Schulhof große Augen beim Spiel mit dem Ford Capri, der Corvette oder dem BMW 3.0 beschäftigt waren. Gut, das ist mehr als 40 Jahre her, aber so viel hat sich seitdem ja nicht geändert.

Freudentränen beim 68er Challenger in freier Wildbahn

Okay, neue Marken sind hinzugekommen, viele neue Modelle und natürlich auch viel mehr PS. Aber im Prinzip ist das Spiel doch das Gleiche geblieben: Irgendwie bekommt Mann feuchte Augen beim Anblick von Boliden. Natürlich nicht jeder, und natürlich sind die Neigungen deutlich verschieden. Bei mir sind es vor allem solche Geschosse wie Dodge Charger oder Challenger Ende der 1960er, bei denen mir Freudentränen kommen, wenn sie mir in freier Wildbahn begegnen. Keine Ahnung, warum - ist halt so.

Betrachten wir es einmal ganz rational: Der Nutzwert von vielen Autos, für die man fünfstellige Summen hinlegen muss, geht häufig gegen Null - ganz zu schweigen von den Folgekosten und vermutlich auch vieler neidvoller Zeitgenossen, die einem das Leben schwer machen dürften, sobald man so eine Karre hätte. Eigentlich gibt es keinen einzigen vernünftigen Grund, sich einen dieser Traumwagen anzuschaffen. Gut, vielleicht noch Geldanlage, aber dann braucht es auch eine Halle zum Unterstellen und jemanden, der sich drum kümmert und so weiter und so fort.

Technische Kunstwerke für private Sammlungen

Sehen wir all die dicken Protzkarren und Sammlerstücke mit einem oder zwei Sitzen und ganz viel Motor doch einfach als das, was sie sind: technische Kunstwerke, die mal so gar nichts mit dem Alltag von 99 Prozent der Menschen gemein haben - und trotzdem unsere Begeisterung wecken. Wecken dürfen! Ein Großteil der wunderbaren Musik oder phantastischen Gemälde und Skulpturen vergangener Jahrhunderte kam schließlich auch nur zustande, weil eine Handvoll Herrschende deren Schöpfer finanzierten.

Dass Renault den Alpine A110 wieder zum Leben erweckt hat, finde ich großartig. Und dass der so oder ähnlich in einigen Jahren auch mit Elektromotor kommt, halte ich zumindest für möglich. Und wo wir gerade bei Phantasien sind: Wenn da so ein Charger im 68er Kleid mit E-Motor stünde, fände ich das schon phantastisch.

Wie war das noch gleich mit dem Träumen? Natürlich geht es bei unserer Mobilität heute und in Zukunft um vernünftige Lösungen. Genau solche will uns die Automobilindustrie auf den großen Shows der Welt ja auch zeigen. Und drum herum sind da eben noch die dicken, schnellen, unerschwinglichen Dinger, die für die meisten von uns ohnehin so weit weg sind, dass Träumen einfach okay ist. Völlig egal, was sie verbrauchen - die meisten kommen doch eh in Sammlungen.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.