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Nach Gleisabsenkung bei Tunnelbau - Bahn: Rheintalstrecke ab 2. Oktober frei

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Die wichtige Nord-Süd-Trasse der Bahn ist seit über einem Monat gesperrt. Nun wartet die Bahn mit guten Nachrichten für Pendler und die Transportwirtschaft auf: Die Rheintalstrecke bei Baden-Baden sei schon ab 2. Oktober wieder befahrbar - fünf Tage früher als geplant.

Sie ist normalerweise eine der wichtigsten Transitstrecken Europas. Doch bei Bauarbeiten in einem Tunnel hatten sich die Gleise abgesenkt. Die Rheintalbahn ist auf diesem Abschnitt voraussichtlich noch bis Oktober gesperrt.

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Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr wichtige Nord-Süd-Verbindung ist seit dem 12. August wegen einer Baupanne gesperrt. Damals hatten sich beim Tunnelbau bei Rastatt die Schienen stark abgesenkt, nachdem Wasser und Erdreich eingedrungen waren. Seither ist der Bahnverkehr auf dem Streckenabschnitt unterbrochen. Busse bringen Bahnreisende weiter.

Die Bahnsperrung sorgt nicht nur für Unmut bei Reisenden. Auch Güterverbände sind sauer. Sie sprechen von "riesigen Löchern in den Kassen" wegen der Sperrung. Der Wirtschaft, vor allem den Transportunternehmen, "entstehen Schäden in Milliardenhöhe", sagte Siegfried Wendland vom Verband Speditionen und Logistik Nordrhein-Westfalen. Rund 50 Prozent des Warenaustausches zwischen Nordeuropa und Italien erfolgen nach Verbandsangaben über diese Achse.

Offener Brief an Dobrindt

Vor einer Woche hatten sich bereits zwei Dutzend Verbände und Unternehmen aus dem Transportsektor und dem Naturschutz in einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und EU-Transportkommissarin Violeta Bulc gewandt. "Das System der europäischen Bahnlogistik steht vor dem Kollaps", hieß es. Beim Bundesverkehrsministerium hieß es, durch die Sperrung sei "ein erheblicher Schaden entstanden". Man erwarte, dass der angepeilte Termin zur Wiederinbetriebnahme des Zugverkehrs eingehalten werde.

Im Normalbetrieb verkehren auf der Rheintalstrecke bis zu 200 Güterzüge täglich. Zudem wird die Nord-Süd-Trasse stark von Zügen des Fern- und Nahverkehrs genutzt.

Verlagerung auf Straße führt zu langen Staus

Währendessen versuchen die Firmen und Verbände ihre Transporte auf das Wasser oder auf die Straße zu verlagern - was zu neuen Problemen führt: In Weil am Rhein (Kreis Lörrach) kommt es nach Polizeiangaben deshalb seit mehreren Tagen zu langen Staus. Am Umschlagbahnhof der Stadt komme man nicht mehr mit der Abfertigung der Güter aus Frankreich und der Schweiz nach. Die Lastwagen auf der A5 standen zeitweise auf fünf Kilometern Länge. Die Polizei empfahl Autofahrern, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt registriert man erhebliche Probleme bei der Rohstoffversorgung und Belieferung der Kunden. Etwa die Hälfte der Transporte zu Verbandsmitgliedern werden seit Ende August auf Schiffe oder Lastwagen verlagert. "Es ist sogar schlimmer geworden", sagte die Leiterin des Verkehrbereiches beim Verband, Andrea Heid. Unternehmen würden nicht im gewünschten Maß mit Rohstoffen versorgt, weil die Transportkapazitäten erheblich eingeschränkt seien. Zum Teil komme es auch zu Totalausfällen.

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