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Bambi-Gala in Berlin - Tränen, Glamour und etwas Politik

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Tränen bei Diane Kruger, eine schmissige Dankesrede von Fatih Akin, Auftritte von Helene Fischer und politische Statements: In Berlin ist der Medienpreis Bambi verliehen worden.

I69. Bambi-Verleihung: Ausgezeichnet wurde unter anderem Helene Fischer

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Besonders emotional geriet der Auftritt des deutschen Hollywoodstars Diane Kruger mit Regisseur Fatih Akin. Die beiden erhielten den Preis für ihr Drama "Aus dem Nichts". Es ist auch für einen Oscar nominiert. Kruger, die darin erstmals in einem deutschen Film spielt, brach während ihrer Dankesrede in Tränen aus. Sie widme den Preis "zwei Menschen, mit denen ich gern noch ein paar Sekunden gehabt hätte: mein Stiefvater und meine Oma." Akin nutzte seinen Dank für die Auszeichnung für den an die NSU-Terrorserie angelehnten Film für ein Statement: "Rassismus ist Scheiße".

Ferch und Rittberg beste Schauspieler

Ein großer Teil der Bambi-Preisträger stand im Vorfeld fest, in mehreren künstlerischen Rubriken gab es mehrere Bewerber. Bei den männlichen Schauspielern konnte sich Heino Ferch mit seinen Rollen in "Allmen" und "Spuren des Bösen" gegen Jannis Niewöhner und Kostja Ullmann durchsetzen. Bei den Frauen rührte von Rittberg ihr Erfolg als beste Schauspielerin für "Charité" zu Tränen; sie setzte sich gegen Emilia Schüle und Julia Koschitz durch.

Die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" wurde als bester Film ausgezeichnet. Regisseur Simon Verhoeven sagte in seiner Dankesrede, eigentlich habe er bei dem Film keine Botschaft im Sinn gehabt. Doch die Botschaft sei, dass die Deutschen wie die Familie im Film versuchen sollten, beim Thema Flüchtlinge zuzuhören und irgendwie die Mitte zu finden.

Schlagerstar Helene Fischer sang - mit einem offensichtlich etwas lädierten roten Auge - gleich zwei Mal und bekam einen Preis in der Sparte Musik national. Als weiteren Preis mit mehreren Bewerbern gewann Kai Pflaume die Publikumswahl für den besten Moderator - er konnte sich gegen Johannes B. Kerner, Elton und Frank Buschmann durchsetzen.

Schwarzenegger für Klimaschutz ausgezeichnet

Die Bambis werden seit 1948 verliehen, sie zählen zu den bekanntesten Medienpreisen in Deutschland und werden vom Burda-Verlag verliehen. An der in vielen Phasen langatmigen Gala nahmen Stars aus dem In- und Ausland teil. Hollywoodstar Hugh Jackman, Sänger Tom Jones und Sam Smith sowie Ex-Super-Model Claudia Schiffer reihten sich unter die Preisträger ein.

Actionstar und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger nahm einen Bambi für sein Engagement im Umweltschutz und als "Klimavorreiter" entgegen. "Ich hab viel in meinem Leben gemacht, aber ich bin am stolzesten auf meine Arbeit für die Umwelt", sagt Schwarzenegger, der sich immer wieder gegen die Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump stellt. "Ich werde das für den Rest meines Lebens machen: kämpfen, kämpfen, kämpfen."

Ai Weiwei bekommt Preis für Mut

Bereits vor der Verleihung war bekannt gegeben worden, dass der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei einen Bambi in der Kategorie Mut bekommt. Als Laudator ging Bundesaußenminister Gabriel auf die Flüchtlingskrise ein, mit der sich Ai Weiwei auch künstlerisch auseinandersetzt. Es sei doch eine "wunderbare Entwicklung", dass Deutschland heute "Sehnsuchtsort" für viele Menschen sei und nicht mehr ein furchtbarer Ort, vor dem sich viele Menschen fürchten, sagte Gabriel.

Bambi fuer Gauck
Preisträger und Alt-Bundespräsident Gauck Quelle: dpa

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck wurde in der Kategorie Millennium für sein Lebenswerk gewürdigt - für seinen Kampf gegen jede Form von Unterdrückung. "Ich glaube, ich sollte diesen Bambi mit all denen teilen, die irgendwann freiwillig etwas tun über ihr Ego hinaus. Und das macht das Land schön, dass es so etwas gibt." Und sein Bambi, das will er nicht mehr hergeben. Er sei Großvater, aber auch mehrfacher Urgroßvater und wolle das goldene Tier so hinstellen, dass auch die Kleinen Freude daran haben.

Gauck äußerte sich besonders bewegt über die in der Kategorie "Stille Helden" geehrte Krankenschwester Waltraud Hubert. Diese begleitet Kinder mit der seltenen Erbkrankheit Kinderdemenz. Dass sich Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich engagierten, mache Deutschland schön, sagte Gauck.

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