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Großbanken: Ein Risiko für das System?

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"Too big to fail" - Großbanken: Ein Risiko für das System?

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Wenn Banken die "Too big to fail"-Einstufung erhalten, werden Steuergelder eingesetzt, um sie notfalls zu retten. Die Aussicht auf Hilfe verleitet Banken aber auch zum Risiko.

Frankfurter Skyline im Nebel
Quelle: dpa

Zu groß, um scheitern zu dürfen: Mit dieser "Too big to fail"-Einstufung bescheinigte die Politik nach der Finanzkrise vor zehn Jahren großen Banken eine sogenannte Systemrelevanz. Das heißt: Eine Pleite hätte massive Auswirkungen auch über die Finanzbranche hinaus, da die Bank in ihrer Funktion als Kreditgeber für Unternehmen der Realwirtschaft auszufallen droht.

Kostspielige Rettung aus Steuergeldern

Diese gefährliche Kettenreaktion soll durch aus öffentlichen Geldern gespeiste Rettungsprogramme verhindert werden. Für solche "Bailouts" wurden dabei in der Vergangenheit enorme Summen aufgewendet. In Deutschland kostete die Bankenrettung nach der Finanzkrise nach Angaben des Grünen-Finanzexperten Gerhard Schick mindestens 68 Milliarden Euro.

Die Überlegung hinter den kostspieligen Rettungsaktionen mit Steuergeld basiert dabei auf der Annahme, dass die Folgen einer Pleite einer systemrelevanten Bank die Volkswirtschaft noch weitaus teurer zu stehen kommen würde. Kritiker argumentieren hingegen, dass durch die Aussicht auf Rettungsmilliarden im Krisenfall bei den Finanzkonzernen der Hang zum Risiko geschürt werde. Außerdem würden falsche Anreize für ein Wachstum hin zur begehrten "Too big to fail"-Einstufung geschaffen.

Einheitliche EU-Regelung seit 2015

Als Lehre aus der Finanzkrise wurden vielerorts die Vorschriften für die Finanzbranche verschärft. In der EU sind seit Anfang 2015 zudem einheitliche Mechanismen zur Abwicklung von Krisenbanken in Kraft. Sie sind ein Pfeiler der europäischen Bankenunion und sollen sicherstellen, dass den Steuerzahlern möglichst geringe Kosten bei Bankenpleiten entstehen.

In einigen Fällen zahlen sich Rettungsaktionen für den Staat indes sogar aus: in den USA etwa pumpte die Regierung in der Finanzkrise 182 Milliarden Dollar (heute 160 Milliarden Euro) in den Versicherungskonzern AIG und übernahm diesen dafür zu 80 Prozent. Ende 2012 verkaufte das Finanzministerium seine letzten Anteile - und machte unterm Strich einen Gewinn von rund 23 Milliarden Dollar.

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