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Baskische Untergrundorganisation - ETA gibt in Brief ihre Auflösung bekannt

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Die baskische Separatistenorganisation ETA hat ihre Auflösung bekannt gegeben. Zuvor hatte sie bereits ihre Waffen abgegeben und die Opfer des Konfliktes um Verzeihung gebeten.

Archiv: Mitglider der Untergrundorganisation ETA am 20.10.2011
Die Untergrundorganisation ETA gibt ihre Auflösung bekannt.
Quelle: dpa

Die baskische Separatistenorganisation hat nach jahrzehntelangem Untergrundkampf gegen die spanische Zentralregierung ihre Selbstauflösung erklärt. "Alle ihre Strukturen" seien aufgelöst, teilte sie in einem vom spanischen Online-Medium eldiario.es veröffentlichten Brief mit, der an baskische Institutionen und Verbände adressiert war. Zudem bat sie die Opfer ihres jahrzehntelangen bewaffneten Kampfs um Verzeihung. Datiert war der Brief auf den 16. April - warum er erst zwei Wochen später publik wurde, war zunächst unklar. Zuvor hatte die Organisation bereits ihre Waffen abgegeben.

Das Baskenland ist neben Katalonien die Region Spaniens, in der viele Menschen am lautstärksten eine Unabhängigkeit gefordert haben. In dem Brief schrieb die ETA, sie übernehme die Verantwortung für ihr Scheitern beim Versuch, den baskischen "politischen Konflikt" mit Spanien und Frankreich zu lösen. Das Baskenland stehe nun vor einer neuen Möglichkeit, den Konflikt zu beenden und "eine gemeinsame Zukunft aufzubauen".

"Terroristen weiter verfolgen, wo immer sie auch sein mögen"

Der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido versprach nach der Veröffentlichung des Briefes, dass die Ermittlungen zu ungelösten Straftaten, die der ETA zugeschrieben werden, fortgesetzt würden. Die Polizei werde "die Terroristen weiter verfolgen, wo immer sie auch sein mögen", sagte er. Familienmitglieder von Opfern der ETA waren nicht davon überzeugt, dass die Organisation ihre Gesinnung geändert habe. Die Angehörigen forderten mehr von der ETA, erklärte die Gruppe Covite, die die Opfer und ihre Familien repräsentiert. Maite Pagazaurtundúa, die Schwester des getöteten Polizisten Joseba Pagazaurtundúa, sagte, die Kämpfer hätten der Gewalt abgeschworen, nicht aber der Lügen.

Die Organisation hatte bereits 2011 ihren Gewaltverzicht verkündet und sich ein Jahr später zur Auflösung und Entwaffnung bereit erklärt. Letztere war im vergangenen Jahr abgeschlossen worden, als die Organisation den Behörden in Bayonne, im französischen Teil des Baskenlandes, eine Liste mit den Verstecken ihrer Waffenarsenale übergab.

ETA - was ist das?

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