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Batterien für E-Autos - Fünf Fakten zu Lithium und Kobalt

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Lithium und Kobalt sind als Batteriemetalle schon länger gefragt. Die beginnende Ära der E-Mobilität hebt die Nachfrage aber auf die nächste Stufe. Was Sie dazu wissen müssen.

Archiv: Lithium-Mine, aufgenommen am 05.09.2018 in  San Pedro de Atacama (Chile)
Die Salares in Chile: Hier wird mehr als ein Drittel des weltweiten Lithiums gewonnen. Quelle: Reuters

Lithium: Wo kommt es her?

Der größte Lithiumproduzent ist Australien (40 Prozent Weltmarktanteil). Hier wird das Leichtmetall durch Abbau entsprechender Erze gewonnen. Etwa die Hälfte der globalen Lithiumproduktion stammt aus solchen "Hard Rock"-Vorkommen. Die Erschließung geht relativ zügig, die Produktion ist jedoch recht teuer. Anders der Abbau aus den Salares in Chile (36 Prozent) und Argentinien (14 Prozent). Die Erschließung ist langwierig und teuer, die Produktion recht günstig.

Lithium: Verwendung

Mehr als 50 Prozent der Lithiumförderung endet heute in Batterien, Tendenz stark steigend. 2017 waren das 208.000 Tonnen. Noch machen Laptops, Smartphones und batteriebetriebene Haushaltsartikel den Löwenanteil aus, doch schon Anfang der 2020er-Jahre werden sich E-Autos an die Spitze setzen. Pro Autobatterie rechnet man mit zehn bis 20 Kilogramm Lithiumkarbonat. Glaubt man den Prognosen, so wird sich die Lithiumnachfrage bis 2027 mindestens verfünffachen.

Kobalt: Wo kommt es her?

Das Metall wird praktisch ausschließlich als Nebenprodukt in Kupfer- oder Nickelminen gefördert und macht dort nur einen geringen Teil der Erlöse aus. Rund zwei Drittel der globalen Kobaltproduktion von gut 100.000 Tonnen (2017) stammt aus dem Kongo. Hauptförderer sind der schweizer Rohstoffhändler Glencore und die Tochterfirma Katanga. Deren kongolesische (Kupfer-)Minen liefern circa 40 Prozent der Kobalt-Weltjahresproduktion. Auch chinesische Firmen sind im Kongo aktiv sowie "Selbergräber" (zehn bis 20 Prozent).

Archiv: Kobaltförderung in Kongo, aufgenommen am 19.10.2006
Kobaltförderung im Kongo: Der schweizer Rohstoffhändler Glencore und dessen Tochterfirma Katanga fördern in dem afrikanischen Land etwa 40 Prozent der Weltjahresproduktion. Quelle: imago/Xinhua

Kobalt: Verwendung

Wie beim Lithium endet gut die Hälfte des heute geförderten Kobalts in Batterien, ganz überwiegend in Akkus von Elektronikgeräten (etwa 50 Prozent). Autobatterien machen einen kleinen, aber rasant steigenden Anteil aus - etwa fünf Prozent. Aufgrund einer Vervielfachung des Kobaltpreises versuchen Batteriehersteller den Kobaltgehalt zu reduzieren. Die Batterie des BMW i3 zum Beispiel enthält Nickel, Mangan und Kobalt im Verhältnis 1:1:1. Bis 2025 wird ein Verhältnis von 8:1:1 angestrebt. Kobalt sorgt dafür, dass Batterien nicht überhitzen und Feuer fangen.

Batteriefertigung in China

Lange waren Unternehmen aus Japan (Panasonic) und Südkorea (Samsung, LG Chem) in der Batterieproduktion führend. Dann kam Tesla mit seiner Gigafactory in Nevada. Jetzt sind es die Chinesen (CATL, BYD, Guoxuan). Rechnet man die chinesischen Batteriefabriken, auch die im Planungsstadium, zusammen, kommt man auf gut 60 Prozent Weltmarktanteil. Zwar gibt es in Europa Überlegungen, eine eigene Batterieproduktion aufzubauen, aber ob daraus etwas wird, ist zweifelhaft.

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