Sie sind hier:

Wohnungsnot in Großstädten - FDP: Baukindergeld wirkt in Metropolen nicht

Datum:

Die Regierung hatte es als ein Instrument gegen die Wohnungsnot geplant. Doch nun zeigt sich: Das Baukindergeld wird vor allem dort verwendet, wo die Wohnungsnot eher gering ist.

Archiv: Maurer arbeiten am Rohbau in einer Neubausiedlung, aufgenommen am 12.05.2016 in Regensburg
Maurer arbeiten am Rohbau (Arcfhivbild).
Quelle: dpa

Das neu eingeführte Baukindergeld nutzen vor allem Familien mit wenigen Kindern und Wohneigentum in ländlichen Regionen. Die meisten Anträge wurden bis Ende November in den großen Flächenländern Nordrhein-Westfalen (9.215), Baden-Württemberg (5.564), Niedersachsen (5.175) und Bayern (5.062) gestellt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen kommen zusammen auf 1.388 Anträge, was auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl ein geringerer Wert ist. Zuerst hatte die Düsseldorfer "Rheinische Post" darüber berichtet.

In Berlin etwa, wo mehr als drei Mal so viele Menschen leben als im kleinen Saarland, gingen im Zeitraum September bis November nur 619 Förderanträge ein. Im Saarland waren es 622 Anträge. In Hamburg wurden 405 Anträge verzeichnet. In Ostdeutschland liegt Sachsen (1.755) vorn, gefolgt von Brandenburg (1.535), das an Berlin grenzt. Die ebenfalls eher ländlich geprägten West-Bundesländer Hessen (2.972) und Rheinland-Pfalz (2.410) liegen in der Mitte.

Die meisten Anträge stammen von Familien mit einem Kind

Wie aus der Regierungsantwort weiter hervorgeht, wurden bis Ende November die meisten Anträge von Familien mit nur einem Kind gestellt: Von ihnen kamen 17.727 Anträge. Familien mit zwei Kindern fragten den Zuschuss 17.425 Mal nach. 4.472 Anträge gingen demnach von Eltern mit drei Kindern, 867 von Eltern mit vier Kindern sowie 197 Anträge von Müttern und Vätern mit fünf Kindern ein. Der Verwaltungsaufwand der KfW Bankgruppe betrug laut Antwort der Bundesregierung bislang elf Millionen Euro.

Anträge auf Baukindergeld nach Anzahl der Kinder
Anzahl der Kinder Anzahl der Anträge auf Baukindergeld
1 17.727
2 17.425
3 4.472
4 867
5 197

Familien in Großstädten profitieren nicht

"Gerade dort, wo die Wohnpreise jetzt schon am höchsten sind, wirkt das Baukindergeld nicht - in den Metropolen", kritisierte FDP-Baupolitiker Daniel Föst. Für die meisten Familien in den Großstädten sei Eigentum schon lange nicht mehr finanzierbar. Das Baukindergeld schaffe hier keine Entlastung: "Es kommt ausschließlich zu Mitnahmeeffekten, es wird kaum Eigentum zusätzlich geschaffen und die Baupreise werden durch die Förderung weiter enorm steigen."

Seit dem 18. September können Familien das Baukindergeld bei der KfW Bankengruppe online beantragen. Die Förderung soll Familien dienen, die eine Wohnung oder ein Haus kaufen wollen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen 1.200 Euro pro Kind gezahlt werden. Anspruch haben Familien bis zu einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 75.000 Euro plus 15.000 Euro für jedes Kind.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.