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Bayern macht Sommerferien nach "Biorhythmus"

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Streit um Ferienzeiten - Bayern macht Sommerferien nach "Biorhythmus"

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Der Streit um die Sommerferien-Verteilung ist neu entbrannt. Während Hamburg und Berlin eine Neuregelung fordern, argumentiert CSU-Chef Söder mit der bayerischen Biologie.

Ein leeres Klassenzimmer einer Schule nach der letzten Schulstunde vor Beginn der Ferien
Der Streit über die Frage, welches Bundesland wann Sommerferien machen darf, ist voll entbrannt.
Quelle: DPA
Wir haben das schon immer so gemacht - das hat sich gut bewährt.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern

Die einen liegen schon im Strandkorb, während die anderen noch in der Schule schwitzen. Dafür haben diese dann bis fast in den Herbst hinein frei. Über die unterschiedlichen Sommerferien ist schon oft gestritten worden in Deutschland, aber um die menschliche Biologie ging's dabei noch nie: "Wir haben unseren Biorhythmus mit den Ferien - den wollen wir gern behalten", so Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder am Mittwochabend bei einer Talk-Veranstaltung von "Bild" in München. "Wir haben das schon immer so gemacht - das hat sich gut bewährt."

Ich bin sauer, aber alle anderen auch, glaube ich, jetzt zunehmend.
Michael Müller (SPD), Bürgermeister von Berlin

Damit hat Söder zwar vielleicht den Biorhythmus in Hamburg und Berlin nicht gleich durcheinandergebracht, aber den Blutdruck im Norden definitiv deutlich nach oben getrieben. "Ich bin sauer, aber alle anderen auch, glaube ich, jetzt zunehmend", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Deutschlandfunk.
Und Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) schimpft im Fernsehsender n-tv: Deutschland sei kein «Mischstaat» mit 16 Einzelstaaten. «Wir müssen uns einigen, wir sind in einem Land. Das muss man vielleicht einigen Ministerpräsidenten ab und zu einmal sagen."

Sechs Fakten zum Dauerthema Sommerferien:

1. Worum es geht

Hamburg und Berlin wollen die Verteilung der Sommerferien in Deutschland neu regeln. Generell sollen sie nicht mehr im Juni, sondern immer frühestens ab 1. Juli beginnen. Außerdem sollen die unterschiedlichen Termine der Länder enger zusammenrücken, so dass die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Das bringe "mehr Kontinuität" in den Schuljahresablauf, so die Begründung. Außerdem bekämen Länder, die schon im Juni in die Ferien müssten, Zeitprobleme mit Prüfungen.

2. Das "Rollierende System":

In den 60er Jahren wurde das gestaffelte Feriensystem in Deutschland eingeführt. Die Bundesländer sollten fortan gruppenweise an verschiedenen Terminen in sechswöchige Sommerferien starten, um Staus und Knappheit bei den Ferienunterkünften zu vermeiden. Praktisch sieht das heute so aus: Die Sommerferien in diesem Jahr streckten sich über 83 Tage vom 20. Juni in Berlin und Brandenburg bis zum 10. September in Baden-Württemberg.

3. Die Sonderrolle der Südländer

Bayern und Baden-Württemberg machen beim "rollierenden System" nicht mit und gehen traditionell als letzte in die Sommerferien. Als Begründung hieß es früher, dass die Schüler für die Ernte gebraucht würden. Außerdem haben Bayern und Baden-Württemberg als einzige Länder ausgedehnte Pfingstferien, die manchmal erst gegen Ende Juni vorbei sind. Da mache es keinen Sinn gleich wieder in die Sommerferien zu starten, so das Argument.

4. Erstmal bleibt alles, wie es ist

Die Sommerferientermine bis zum Schuljahr 2023/24 stehen fest. Sie werden immer für mehrere Jahre von den Ländern in der Kultusministerkonferenz festgelegt. Ob es danach Änderungen gibt, darüber wollen die Länder erst nächstes Jahr im Herbst beraten. Fachleute sollen Vorschläge vorlegen. Beim Thema engerer Ferienkorridor winken die Küstenländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern allerdings schon lange ab, weil sie Einbrüche beim Tourismus befürchten, wenn die Saison verkürzt würde. Die Reisebranche fordert sogar eine Ausdehnung des Ferienkorridors und argumentiert, dass Preise für Unterkünfte und Flüge sinken könnten, wenn es weniger Ballung in einem engen Zeitraum gäbe.

Archiv: wei Mütter tragen am 31.07.2015 in München die Schulranzen ihrer drei Kinder.

Streit um Sommerferien -
Hamburg droht mit Ende der Absprache
 

Droht ein Sommerferien-Chaos? Nach dem Nein Bayerns zu einer gemeinsamen Neuordnung der Ferienzeiten droht Hamburg mit einem Alleingang - ohne Absprache zwischen den Bundesländern.

5. Was die Deutschen über das Thema denken

Eine Mehrheit von 53 Prozent ist gegen Einheitssommerferien. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Juli. Nur knapp jeder dritte Bundesbürger wäre dafür.

6. Wie es die Nachbarn machen

In Frankreich haben alle zur gleichen Zeit Sommerferien von Anfang Juli bis Anfang September. Familien, die in unterschiedlichen Landesteilen leben, sollen gemeinsam Urlaub machen können. In Italien gibt es sogar drei Monate gemeinsame Sommerferien: Von Mitte Juni bis Mitte September haben alle Schüler frei und viele verbringen Zeit in Sommercamps. In Polen startet die Schule immer am 1. September. Die Sommerferien sind zwei Monate lang und für alle gleich. Strände und Berge sind im Juli und August entsprechend voll.

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