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Söder sitzt wieder fest im Sattel

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Wiederwahl zum Ministerpräsidenten - Söder sitzt wieder fest im Sattel

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Söder ist gut gelaunt. Denn seine Wiederwahl zum Regierungschef war lange nicht selbstverständlich. Doch jetzt ist sein Weg frei - und er kann die ganze Macht in der CSU erringen.

Mit zunehmender Nervosität hatte Söder im Wahlkampf die sinkenden Umfragewerte seiner CSU beobachten müssen. Und letztlich ist es bei der Landtagswahl ja auch zu einem historischen Stimmeneinbruch der CSU gekommen.

Markus Söder und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (beide CSU).
Landtagspräsidentin Ilse Aigner nimmt Markus Söder den Eid ab (beide CSU).
Quelle: Sven Hoppe/dpa

Für weniger hohe Verluste waren CSU-Spitzenpolitiker schon mal zum Rückzug gezwungen worden. Aber jetzt sind die Zeiten offenbar anders. Irgendwie hat man in der CSU den Eindruck, noch mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein, zumal man mit den Freien Wählern einen unkomplizierten Koalitionspartner in Bayern gefunden hat. Markus Söder soll es also weiter richten.

Nach seiner Wiederwahl kann er weiterhin durch den Freistaat ziehen und mit dem in Bayern prall gefüllten Steuersäckel Wohltaten verteilen. Im Koalitionsvertrag stehen beispielsweise zusätzliche staatliche Zuwendungen für Familien mit Kindern.

Jetzt kann Söder zur ganzen Macht greifen

Markus Söder sitzt also als Ministerpräsident fest im Sattel. Bemerkenswerte Widerstände sind weder vom Koalitionspartner Freie Wähler noch von der zersplitterten Opposition aus Grünen, AfD, SPD und FDP zu erwarten. Aus der eigenen Fraktion ohnehin nicht. Es wird keine Aufarbeitung des Wahldebakels in der CSU-Fraktion geben. Dafür werden von nun an die Messer in der Partei gewetzt.

In der CSU ist es eine weit verbreitete Auffassung, dass Parteichef Horst Seehofer mit seinen Eskapaden in Berlin und München der Hauptverantwortliche für die massiven Stimmenverlusten ist. Für Markus Söder ist das bequem, kann er doch die Schuld nach Berlin schieben. Und Söder kann jetzt zur ganzen Macht greifen.

Viele erwarten, dass Horst Seehofer noch in diesem Jahr den Parteivorsitz aufgeben muss. Außer Söder sind keine weiteren Kandidaten in Sicht: Die CSU-Politiker im Bund sind alle wegen der schlechten Performance der Bundesregierung diskreditiert. Und der Europapolitiker Manfred Weber hat ganz andere Ziele und bewirbt sich um den Vorsitz der EU-Kommission.

Söder folgt großen CSU-Vorbildern

Der Weg für Söder ist also frei. Ministerpräsident in Bayern und voraussichtlich bald Parteivorsitzender: Mehr geht in der CSU nicht. Markus Söder würde mit dieser Doppelrolle an große Vorbilder wie Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber und auch Horst Seehofer anknüpfen. Wie er diese Machtfülle angesichts der veränderten Parteienlandschaft nutzt, bleibt abzuwarten.

Nach seiner Wiederwahl sagte er heute Vormittag im Landtag, dass es kein "Weiter so" in Bayern geben werde. Söder gab sich als Staatsmann, rief zum gegenseitigen Respekt und Zuhören auf und lud auch die Opposition zur Zusammenarbeit ein.

In den nächsten Tagen wird Söder an der in Bayern spannend erwarteten Neuaufstellung seines Kabinetts arbeiten. Und spätestens dann wird sich die CSU intensiv um den Parteivorsitz kümmern.

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